Erste große Reisewelle: Es wird voll auf Deutschlands Autobahnen
Der Sommerurlaub beginnt für viele auch in diesem Jahr im Stau. In Hessen, Rheinland-Pfalz und im Saarland starten am Montag, 29. Juni, die Sommerferien - die drei Länder geben damit den Startschuss für die Sommerferien 2026. Wo es kommendes Wochenende eng wird, zeigt der Überblick des ADAC.
Losgefahren wird erfahrungsgemäß schon am Wochenende vor dem Ferienbeginn: Für die Tage von Freitag, 26. Juni, bis Sonntag, 28. Juni, rechnet der ADAC mit der ersten großen Reisewelle des Jahres und entsprechend vollen Fernstraßen.
Zusätzlichen Druck bringt der Verkehr aus dem Ausland: Auch in einigen Schweizer Kantonen, in Polen und in Dänemark beginnen die Ferien, während sie in Norwegen, Schweden und Finnland bereits laufen. Das erhöht das Aufkommen auf den internationalen Hauptachsen spürbar.
Wann es besonders voll wird
Eng wird es vor allem auf den klassischen Routen Richtung Süden sowie an Nord- und Ostsee. Schon ab Freitagmittag setzt der Urlaubsverkehr ein, am Samstagvormittag kommt der Ausflugsverkehr in die Naherholungsgebiete hinzu. Betroffen sind besonders die Alpenregion, die Mittelgebirge, die Küsten und die Seenlandschaften. Am Samstag- und Sonntagabend sorgen zusätzlich Rückreisende für volle Straßen.
Verschärft wird die Lage durch Baustellen: Auf deutschen Autobahnen gibt es derzeit rund 1.000 Baustellen, die für Engpässe und längere Fahrzeiten sorgen. Wie groß die Dimension der Reisesaison ist, zeigt ein Rückblick: Im Sommer 2025 zählte der ADAC über 116.000 Staus mit einer Gesamtlänge von rund 203.830 Kilometern - das entspricht etwa fünf Erdumrundungen.
Diese Autobahnen sind besonders staugefährdet
Der ADAC nennt unter anderem folgende Strecken: die A1 (Fehmarn-Hamburg-Bremen-Dortmund-Köln), die A3 (Oberhausen-Köln-Frankfurt sowie Passau-Linz), die A5 (Kassel-Frankfurt-Karlsruhe-Basel), die A7 (Flensburg-Hamburg-Hannover-Kassel sowie Ulm-Füssen/Reutte), die A8 (Karlsruhe-Stuttgart-München-Salzburg) und die A9 (Berlin-Nürnberg-München). Hinzu kommen die A2, A6, A10, A24, A81 sowie die Alpenzubringer A95 Richtung Garmisch-Partenkirchen, A96 Richtung Lindau, und der Autobahnring A99 um München.
Brenner-Route: Das Dauer-Nadelöhr Luegbrücke
Wer Richtung Italien fährt, muss besonders viel Geduld mitbringen. In Österreich führen Baustellen und Ferienverkehr auf der West-, Pyhrn-, Tauern-, Inntal- und Brenner-Autobahn zu Behinderungen. Hauptgrund ist die Sanierung der Luegbrücke auf der A13: Das in die Jahre gekommene Bauwerk wird seit Ende März 2025 erneuert, die Arbeiten sollen voraussichtlich bis 2030 andauern. Seit dem 1. Januar 2025 ist die Brücke nur einspurig befahrbar; lediglich an verkehrsstarken Tagen wird über eine besondere Verkehrsführung temporär eine zweite Spur geöffnet. In den Sommermonaten von Juni bis September ist die Strecke laut ASFINAG-Fahrkalender an vielen verkehrsstarken Tagen zweispurig geführt - am kommenden Ferienwochenende bleibt die Staugefahr dennoch hoch.
Besondere Vorsicht gilt am Fernpass in Tirol: Am Samstag, 27. Juni, wird die B179 zwischen Reutte und Nassereith von 10 bis 12 Uhr komplett gesperrt. Der ADAC rät, den Fernpass an diesem Tag weiträumig zu umfahren. Wer dem Brenner ausweichen will, kann je nach Ziel den Reschenpass oder die Felbertauernstraße in Betracht ziehen - allerdings gelten dort teils Einschränkungen für Gespanne und Wohnmobile.
Auch in der Schweiz und in Italien staut es sich: Belastet sind die Gotthard-Route (A2), die A1 zwischen Bern, Zürich und St. Margrethen sowie in Italien die A22 über den Brenner und die A9/A7 von der Schweizer Grenze über Mailand nach Genua. Wichtig für Schnellentschlossene: In Bayern und in Tirol gelten bei Stau auf mehreren Strecken Abfahrtssperren, um Ausweichverkehr durch Ortschaften zu verhindern. Und: Bei der Einreise nach Deutschland kann es wegen der Grenzkontrollen zu zusätzlichen Wartezeiten kommen.
Spar-Tipp: Vor dem 30. Juni volltanken
Eine gute Nachricht gibt es immerhin für die Reisekasse: Die Spritpreise sind zuletzt deutlich gesunken und liegen auf dem niedrigsten Stand seit Anfang März. Am Sonntag, 21. Juni, kostete ein Liter Super E10 im Bundesmittel 1,822 Euro, Diesel 1,738 Euro - Tendenz weiter fallend. Aber Achtung: Der Tankrabatt, der die Energiesteuer befristet senkt, läuft am 30. Juni 2026 aus. Ohne Verlängerung dürften die Preise danach um bis zu rund 17 Cent je Liter steigen, wegen vorhandener Lagerbestände meist nicht schlagartig, sondern im Lauf von ein bis zwei Wochen. Wer ohnehin noch tanken muss, erledigt das also besser vor dem Stichtag. Beim Zeitpunkt gilt weiter die Faustregel: Am günstigsten ist Tanken meist kurz vor 12 Uhr mittags, danach ziehen die Preise spürbar an.
Entspannter ans Ziel
Der wichtigste Tipp bleibt das Timing: Freitagnachmittag und Samstagvormittag sind die kritischsten Zeitfenster. Wer früh morgens, nachts oder erst am Sonntag startet, kommt deutlich stressfreier voran. Aktuelle Stau- und Reisezeit-Infos liefern unterwegs die ADAC-App, die Online-Dienste der ASFINAG für Österreich sowie die Verkehrsradios.
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