100 Jahre nach Gaudís Tod: Diese Bauwerke prägen Barcelona

Als Antoni Gaudí am 10. Juni 1926 nach einem Straßenbahnunfall starb, verlor Barcelona seinen bedeutendsten Baumeister. Hundert Jahre später prägen seine Werke das Bild der katalanischen Metropole immer noch. Der 1852 geborene Architekt gilt als Hauptvertreter des katalanischen Modernisme und entwickelte einen Stil, der Naturformen, religiöse Symbolik und innovative Bautechniken miteinander verband. Viele seiner Gebäude gehören heute zum UNESCO-Welterbe und zählen zu den meistbesuchten Sehenswürdigkeiten Spaniens.
Der Architekt, der Barcelona ein Gesicht gab
Gaudís bekanntestes Werk ist zweifelsohne die Sagrada Família. Der Bau der monumentalen Basilika begann 1882, ein Jahr später übernahm Gaudí die Leitung. In seinen letzten Lebensjahren widmete er sich nahezu ausschließlich diesem Projekt, das jedoch bis heute nicht ganz fertiggestellt ist. Zum 100. Todestag des Architekten soll die Kirche einen weiteren historischen Meilenstein erreichen; Papst Leo XIV. wird den Christusturm der Basilika, den mit 172,50 Metern höchsten Kirchturm der Welt, offiziell weihen. Die Sagrada Família gilt als spirituelles und architektonisches Vermächtnis Gaudís und beeindruckt durch ihre - alten Wäldern nachempfundenen - Säulen und die bauliche Meisterleistung der Geburtsfassade. Sie ist heute das Wahrzeichen Barcelonas.
Von märchenhaften Parks bis zu Wohnhäusern
Zu Gaudís beliebtesten Werken zählt auch der Park Güell. Ursprünglich war die Anlage als exklusive Wohnsiedlung geplant, entwickelte sich jedoch durch das geringere Interesse des spanischen Adels zu einem öffentlichen Park. Berühmt sind die geschwungenen, mit Mosaiken verzierten Sitzbänke auf der Hauptterrasse. Auch der restliche Park gehört zu den wichtigsten touristischen Attraktionen Barcelonas.
Ebenfalls ikonisch ist die Casa Batlló. Das Wohnhaus wurde zwischen 1904 und 1906 umfassend von Gaudí umgestaltet. Die wellenförmige Fassade, die bunten Keramikmosaike und das dachförmige Gebilde, das an den Rücken eines Drachen erinnert, machen das Gebäude zu einem der außergewöhnlichsten Beispiele moderner Architektur. Die vielen Details des Hauses laden Besucher zum stundenlangen Staunen ein.
Weniger bekannt, aber ebenso architektonisch bedeutend ist die Casa Vicens. Das Wohnhaus entstand zwischen 1883 und 1885 als Sommerresidenz für eine wohlhabende Familie und gilt als eines der ersten großen Werke Gaudís. Orientalische Einflüsse, farbenfrohe Keramikfliesen und aufwendige Naturornamente weisen bereits auf seinen späteren Stil hin. Architekturliebhaber werden vor allem die handbemalten Fliesen an der Fassade zu schätzen wissen: Gaudí verewigte auf ihnen die Blumen, die er beim ersten Vermessen des Grundstückes vorfand.
Ein Geheimtipp für Architekturfans
Zu Gaudís faszinierendsten, aber oft übersehenen Bauwerken gehört die Teresianische Hochschule am Stadtrand von Barcelona. Das Schulgebäude entstand Ende des 19. Jahrhunderts für einen katholischen Orden. Obwohl die Architektur im Vergleich zu seinen späteren Werken zurückhaltender wirkt, zeigt sie bereits viele typische Elemente Gaudís, darunter raffinierte Bögen und eine ausgeklügelte Lichtführung.
Hundert Jahre nach seinem Tod bleibt Antoni Gaudí durch sein bauliches Vermächtnis weit mehr als ein Architekt. Seine Bauwerke sind zu Symbolen Barcelonas geworden und für viele Reisende ein wichtiger Grund, die katalanische Metropole zu besuchen.