Tipps von der Expertin: Mit diesen 10 Schritten macht Aufräumen einfach glücklich

Chaos in der Wohnung und zu viel, was sich angesammelt hat, verursachen Stress. Aber wie geht man vor, um unnötigen Ballast abzuwerfen? Das erklärt eine Ordnungsexpertin.
| Irene Kleber
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Nähzeug, Batterien, Handyzubehör? Kann man gut in beschrifteten Boxen ordentlich ins Regal stellen.
Jennifer Fredeweß 4 Nähzeug, Batterien, Handyzubehör? Kann man gut in beschrifteten Boxen ordentlich ins Regal stellen.
"Die meisten Dinge, die wir haben, brauchen wir nicht". Aufräum-Coach Jennifer Fredeweß (35).
Jennifer Fredeweß 4 "Die meisten Dinge, die wir haben, brauchen wir nicht". Aufräum-Coach Jennifer Fredeweß (35).
Auch ein guter Tipp: alle Kleidungsstücke mit einer Wäscheklammer markieren. Klammer runter, wenn man ein Teil angezogen hat. Was nach einem Jahr noch immer eine Klammer hat, kann raus.
4 Auch ein guter Tipp: alle Kleidungsstücke mit einer Wäscheklammer markieren. Klammer runter, wenn man ein Teil angezogen hat. Was nach einem Jahr noch immer eine Klammer hat, kann raus.
Der Wäscheklammer-Trick funktioniert freilich auch bei Schuhen. Ballerinas, Plateauschuhe & Co brauchen übrigens weniger Platz, wenn man sie gegenläufig in den Schrank stellt.
Jennifer Fredeweß 4 Der Wäscheklammer-Trick funktioniert freilich auch bei Schuhen. Ballerinas, Plateauschuhe & Co brauchen übrigens weniger Platz, wenn man sie gegenläufig in den Schrank stellt.

Manche Ecken in der Wohnung können kolossal nerven: Wenn Toaster, Mixer, Milchschäumer & Co in der Küche die Arbeitsplatte so verstopfen, dass Gemüseschnibbeln kaum mehr Spaß macht. Wenn aus dem Schuhschrank permanent ein Trumm herausfällt. Oder wenn sich kein Kugelschreiber findet, der ordentlich schreibt - obwohl die Schreibtischschublade mit lauter Stiften überquillt.

Unordnung verstärkt oft Stress

Kommt Ihnen bekannt vor? Nun, dann könnten Sie den neuen Schwung des Jahreswechsels jetzt nutzen, um Ordnung in Ihr Leben daheim zu bringen. Das ist nämlich Balsam fürs Wohlgefühl. Man fühlt sich sicherer und wohler in einer aufgeräumten Wohnung, sagen Aufräumexperten wie Jennifer Fredeweß (35), "wenn die Wohnung dagegen unordentlich ist, verstärkt das oft ein Gefühl von Unruhe und Stress".

"Die meisten Dinge, die wir haben, brauchen wir nicht". Aufräum-Coach Jennifer Fredeweß (35).
"Die meisten Dinge, die wir haben, brauchen wir nicht". Aufräum-Coach Jennifer Fredeweß (35). © Jennifer Fredeweß

Viele Neu-Münchner müssen ihren Hausstand verkleinern

Wie heilsam Ausmisten ist, hat sie selber festgestellt, als sie vor Jahren aus einem geräumigen Bauernhof in Niedersachsen ausgezogen und mit Sack und Pack in München wieder eingezogen ist. Allerdings nur in eine 47-Quadratmeter-Wohnung - die Mietpreise hier machen Gesundschrumpf-Aktionen wie diese ja für viele (Neu-)Münchner nötig. "Ich musste mich von zwei Dritteln meiner Sachen trennen und ein ganz neues Ordnungssystem finden", erzählt sie. Daraus entstanden ist ihr Beruf: Aufräum-Coach - und ihre Webseite.

Für die AZ hat Jennifer Fredeweß einen Zehn-Schritte-Plan zusammengestellt, den jeder anwenden kann - ob im Single-, WG- oder im Familienhaushalt.

1. Ja, ich will!
Ohne, dass man mit festem Willen den Entschluss zum Ausmisten fasst, geht es nicht. "Denn wenn man zweifelt, gewinnt immer der innere Schweinehund", sagt die Ordnungsfee. Dazu hilft, sich selbst zu erklären, warum man sich ans Werk machen will. "Vielleicht, weil ich nicht mehr gestresst sein will vom Sachen hin- und herräumen in der Wohnung. Weil ich nicht mehr permanent etwas suchen will. Weil ich mehr Zeit mit einem neuen Hobby verbringen will als mit Ordnungschaffen." Oder weil ich glücklich lächeln will, wenn ich nach Hause komme, weil es da plötzlich so schön ist. Was hilft, ist, zu visualisieren, wie es mal aussehen soll. Dazu kann man in Wohnzeitschriften blättern oder im Internet schöne Fotos zum Thema anschauen.

2. Die Große Checkliste
Wo fange ich an, was kommt später dran? "Zuerst sollten Sie klären, was Sie in Ihrer Wohnung am meisten stört, also wo der Schmerz am größten ist", sagt Jennifer Fredeweß. Das kann ein Bereich des Kleiderschranks sein, der Schreibtisch (gerade bei Homeofficearbeitern), das Wohnzimmer, in dem man nicht entspannen kann, weil immer der Gedanke kommt "du musst aber noch ...". Oder die ganze Küche, in der vielleicht gekocht, gegessen, gelernt und gebastelt werden muss.

3. In kleine Schritte einteilen
Wenn der große Reihenfolgeplan steht, schätzen Sie realistisch ein, wie lange Sie jeweils für die einzelnen kleinen Schritte brauchen - und machen Sie einen Zeitplan.

4. Fünf Kisten bereitstellen
Dort, wo Sie anfangen, schaffen Sie Platz am Boden und stellen fünf Kisten bereit. Je eine für Dinge zum "Verschenken/ Spenden", "Verkaufen", für "gehört mir nicht" (oder gehört in einen anderen Raum), zum "Wegwerfen" und "vielleicht weggeben". Am Ende dieses Zimmerbereichs muss auch aus der "Vielleicht"-Kiste alles raus.

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5. Alles ausräumen
Jetzt beginnen Sie dort, wo es losgehen soll, alles leer zu machen. Egal, ob Sie in der Küche begonnen haben, im Schreibtisch oder im Kleiderschrank: Sie werden staunen, was sich dort alles bis in die tiefsten Nischen hinein versteckt.

6. Gruppieren
Sortieren Sie nun die Dinge. In der Küche etwa Geschirr zu Geschirr. Besteck zu Besteck. Lebensmittel zu Lebensmittel.

7. Ausmisten
Wie viele Teile haben Sie wovon? Zehn Plastiktrinkflaschen? Von welchen acht also trennen Sie sich? Ab damit in die Kisten. Wie viele Tassen und Töpfe benutzen Sie wirklich? Welche Bücher werden Sie nie mehr lesen? Weg damit. Seit wann passen Sie nicht mehr in die Lieblingsjeans? Zwei Jahre? Weg damit. "Entscheiden Sie schnell", sagt die Ordnungsfee, "und bleiben Sie dabei, das erste Bauchgefühl ist meistens das richtige."

8. Platz planen
Jetzt wissen Sie, was übrig bleibt und sehen, wie viel Platz das in den Schränken braucht. Überlegen Sie, wo Sie die Dinge im Raum benutzen, dort sollten Sie auch lagern, damit sparen Sie lange Wege beim Herholen und wieder Wegräumen.

9. Einräumen
Nun kommt der angenehmste Teil, das Einräumen. Wichtig ist jetzt, die Schränke und Schubladen nicht vollzustopfen, sondern nur zu 70 bis 80 Prozent zu füllen. "Es muss Luft darin sein, denn wenn es zu schwierig ist, Dinge zurückzulegen, macht man es nicht und schafft wieder Unordnung", sagt die Ordnungsfee. Stellt man fest, es ist immer noch zu eng im Schrank, dann ist noch nicht genug ausgemistet. Hilfreich sind jetzt auch Ordnungshelfer: Aufbewahrungsboxen mit Griff, um die volle Tiefe eines Regals zu nutzen (etwa für Unterwäsche oder Socken), Schubladenteiler (etwa im Schreibtisch), platzsparende Kleiderbügel, Schuhstapler (damit beide Schuhe eines Paares aufeinander stehen), Vakuumbeutel für Gästebettdecken, usw. Am Ende sollte es keine Dinge mehr geben, die keinen festen Platz haben.

10. Die Weg-Damit-Box

Damit sich nicht wieder Dinge ansammeln, die es nicht braucht: Legen Sie eine kleine Kiste an, in die Sie regelmäßig alles hineinlegen, was weg soll. Ist sie voll: fotografieren, online stellen und gleich verkaufen - oder wegfahren.

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Abendroutine: So bleibt's ordentlich daheim

Morgens aufstehen, in einer aufgeräumten Wohnung Kaffee machen, das macht gute Laune, oder? Also macht es Sinn, sich eine Abendroutine zuzulegen, in der Sie die wichtigsten Dinge dafür erledigen. Fußboden und Flächen freiräumen etwa (auch am Schreibtisch und Esstisch). Spülmaschine einräumen und anstellen. Waschbecken putzen. Sofadecken zusammenfalten. Ebenfalls gute Routinen: Gehen Sie nie mit leeren Händen aus einem Zimmer (nehmen Sie die leere Kaffeetasse vom Bad mit in die Küche). Und: Machen Sie Post sofort auf und heften Sie den Inhalt im richtigen Ordner ab. So gibt's nie mehr lästige Papierstapel.

50 Dinge, die Sie bestimmt nicht (mehr) brauchen

Alte Bedienungsanleitungen, alte Zeitschriften, alte Grußkarten, zerkratzte CDs und DVDs, alte Handys, unbequeme Schuhe, Socken mit Loch, Socken ohne Partner, abgetragene Schuhe, Schuhkartons, Kleidung, die nicht passt, Strumpfhosen mit Laufmasche, Schmuck, den Sie nie tragen, Frischhaltedosen ohne Deckel, herrenlose Deckel ohne Dose, lange abgelaufene Lebensmittel, defekte Töpfe und Pfannen, Küchenutensilien, die Sie nie benutzen, abgelaufene Medikamente, abgelaufene Kosmetik, Pröbchen, die schon lange ungenutzt herumliegen, alter Nagellack, abgenutzte Handtücher, leere Verpackungen, alte Putzutensilien, alte Kalender, Visitenkarten (ab ins Handy mit der Nummer, wenn sie wichtig ist), abgelaufene Coupons, alte Gutscheine, alte Karten (EC, Bahnkarte usw.), Kataloge, alte Batterien, Stifte, die nicht mehr gut oder gar nicht schreiben, doppelte Fotos, schlecht belichtete Fotos, Schlüssel, die sich nicht mehr zuordnen lassen, Spielsachen, aus denen das Kind herausgewachsen ist, eingetrocknete Farbe, Spiele, in denen Teile fehlen, Bastelprojekte, die nie fertig wurden, Kassetten, die nicht abgespielt werden können, unvollständige Puzzles, defekte Kabel, Kabel, die doppelt und dreifach vorhanden sind, ungenutzte Ordnungsboxen, zerkratzte Sonnenbrillen, Kleingeldsammlungen (ab zur Bank damit).

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