Sicherheit im Internet für Senioren: Angst nehmen - Spaß haben

So können Menschen über 80 Jahren in der digitalen Welt unterwegs sein.
| Eva von Steinburg
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Viele Senioren haben Probleme mit der digitalen Welt. (Symbolbild)
imago images/Westend61 Viele Senioren haben Probleme mit der digitalen Welt. (Symbolbild)

Wohlfühlen an Handy und Tablet ist hier das Ziel: Einkaufen im Internet: Wie funktioniert das genau? Ist das sicher? Und: Welche ist die ideale digitale Ausstattung für Senioren? Die Münchner IT-Trainerin Dorothea von Wieck hat acht Tipps für sorgenfreie Erlebnisse in der digitalen Welt:

Im Trend: Online-Einkauf

Natürlich ist es besser, im Laden zu kaufen. Denn wir brauchen den Einzelhandel. Doch gerade für Senioren, die nicht so mobil sind, ist das Einkaufen im Internet toll. Erst recht, wenn man im Rollstuhl sitzt. Dazu kommt: Es macht Spaß und die Artikel sind häufig etwas preiswerter als im Laden. Ältere Leute haben oft weniger Geld und sind froh, eine Ware im Netz um zehn Euro billiger zu bekommen.

Wie erkenne ich gefälschte Shops?

Typisch für Fake-Shops ist, dass der Kunde seine Waren nur nach Vorkasse erhält. Es besteht also keine andere Möglichkeit zur Bezahlung. Das zweite Alarmzeichen ist: Ein Artikel wird besonders günstig angeboten und die Ware ist nur in diesem einen Online-Shop zu haben, nirgends sonst. Lassen Sie hier lieber die Finger von einer Bestellung, wenn Sie Zweifel haben.

Lieber mit Kreditkarte

Arbeiten Sie nicht mit dem Bankkonto. Schützen Sie ihr Konto. Nutzen Sie die Kreditkarte. Eine Kreditkarte kann problemlos gesperrt werden. Außerdem wird sie alle vier Jahre erneuert und auf null gesetzt, was Betrug verhindert. Wer bei Verdacht sein Bankkonto sperren muss, sperrt plötzlich sein ganzes Leben. Es wird kompliziert, wenn die Mietzahlung oder Geld für Gas- und Wasserrechnungen nicht mehr fließen.

Vorteil Prepaid-Kreditkarte

Wer die Park-App der Stadt München nutzen will, das Taxi online zahlt oder den Fahr-Service Uber, hat im Handy seine Kreditkartendaten hinterlegt. Das ist bequem - und deshalb attraktiv. Wem das unheimlich ist, weil er Angst um sein gespartes Geld auf dem Bankkonto hat, lässt sich von seiner Bank eine zweite Kreditkarte geben: Auf einer Prepaid-Kreditkarte kann der Kunde einen limitierten Betrag speichern. Nur diese Karte speichert man im Handy. Das entspannt.

Zwei Geräte reichen

Mit einem Handy und einem Tablet sind Senioren perfekt gerüstet für die digitale Welt. Die Erfahrung zeigt: Das Tablet ist für viele Senioren einfacher als ein Computer - und preiswerter dazu. Am Tablet können ältere Menschen nichts verstellen.

Ein Tablet kann man nicht kaputtmachen, egal wohin man drückt. Mein Rat lautet: Besser Handy und Tablet vom gleichen Hersteller kaufen, damit beide Geräte die gleiche Oberfläche haben. Für ältere Menschen reicht ein Handy, das 150 oder 200 Euro kostet. Empfehlenswert: Ein Exemplar mit einem Home-Button: Selbst wenn man sich beim Surfen verirrt hat, durch das Drücken des Buttons kommt man immer sofort zurück. Das animiert zum Ausprobieren.

Handykauf: nie allein

Die Handytarife sind unübersichtlich, kompliziert und ändern sich stark. Deshalb gilt: Bitte vorinformieren, welcher Tarif gut passt. Zum Vertragsabschluss nur in Begleitung gehen. Für ältere Menschen reichen drei Gigabyte Datenvolumen aus - damit können sie den ganzen Tag im Internet surfen - und im Normalfall eine Speicherkapazität von 64. Senioren, die bereits ein Handy in Händen halten, sollten für einen neuen Vertrag nicht mehr als zehn bis 20 Euro im Monat zahlen.

Apps

Was ist Senioren wichtig? Was macht ihnen Freude? Dorothea von Wiecks Erfahrung zeigt: Die MVG-App wird intensiv genutzt, Wetterapps interessieren die Münchner Senioren, auch das Navigieren mit Google Maps. Viele Nachrichten-Seiten sind kostenlos, informieren und bieten auch unterhaltsame Inhalte (zum Beispiel abendzeitung.de). Führungen durch Museen interessieren. Die Mediathek von Arte wird für Filme, Konzerte sowie Theaterstücke begeistert genutzt.

Kostenfalle Urlaub

Auf Reisen ist das Handy wirklich praktisch: Öffnungszeiten nachschauen, Tickets für einen Museumsbesuch bestellen. Doch wer mit dem Handy telefoniert und online ist, muss aufpassen. Außerhalb der EU fallen Roaming-Gebühren an, das gilt auch für die Schweiz und für England. Es gibt Leute, die sind mit einer 5000-Euro-Handyrechnung vom Kreuzfahrtschiff heruntergekommen, weiß Dorothea von Wieck.

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