Faszien trainieren - In wenigen Minuten beweglicher und fitter

Noch vor nicht allzu langer Zeit sah man sie noch als einfache Muskelhäute an, „Füllmaterial“ sozusagen – ohne bedeutende Funktion. Doch mittlerweile zeigen Forschungsergebnisse: Faszien sind an jeder noch so kleinen Bewegung unseres Körpers beteiligt.
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Keine Vorstellung, wie Sie sich Faszien vorstellen müssen. Am einfachsten geht es am Beispiel einer aufgeschnittenen Orange.
thinkstock.com Keine Vorstellung, wie Sie sich Faszien vorstellen müssen. Am einfachsten geht es am Beispiel einer aufgeschnittenen Orange.

München - Unsere Faszien stützen Muskelzellen und Stränge und wirken ganz entscheidend daran mit, wie leistungsfähig wir sind und uns auch fühlen. Ob eine Bewegung beispielsweise schmerzt oder sich nur eingeschränkt ausführen lässt – unsere Faszien sind dabei von elementarer Bedeutung. Denn sie verbinden Muskeln, Sehnen, Bänder, Gelenke und Knochen zu einem ganzheitlichen Bewegungsapparat.

Psychischer Stress, Operationen, Schonhaltungen, einseitige Belastung oder zu wenig Bewegung können schnell dazu führen, dass sich dieses Fasziensystem verkürzt und verhärtet: Die Folgen können Schmerzen am ganzen Körper sein – sowie deutliche Bewegungseinschränkungen.

 

Wie kann man sich dieses Netzwerk in unserem Körper bildlich vorstellen?

 

Eine durchgeschnittene, halbe Orange zeigt es recht schön: Das Fruchtfleisch selbst ist in diesem Vergleich ein menschlicher Muskel. Eine durchgehende hautähnliche Schicht direkt unter der Schale stützt die Frucht und hält sie von außen zusammen. Eine weitere helle Haut unterteilt das Fruchtfleisch in einzelne Spalten, vergleichbar mit unseren Muskelsträngen. Und auch die darin befindlichen „Muskelzellen“ sind wiederum von einer Haut umgeben, die für Stabilität und Elastizität sorgt.

Damit nun unser Fasziensystem seine netzartige, glatte Struktur behält, die es für die Stützarbeit benötigt, muss man es beweglich halten und gut mit Flüssigkeit versorgen. Denn Faszien sind wie ein Schwamm, der nur dann biegsam und belastbar bleibt, wenn wir vermeiden, dass er austrocknet und spröde wird.

Damit dies nicht mit unseren Faszien passiert, empfehlen Gesundheitsexperten, dass wir ihnen – neben ausreichend Flüssigkeit – möglichst täglich ein paar Minuten Aufmerksamkeit widmen. Ein relativ leicht umsetzbares Training mit einer enormen Wirkung. Gerade wenn es darum geht Schmerz zu vermeiden sowie leistungsfähig und beweglich zu bleiben! Zudem sind die hochsensiblen Zellen der Faszien auch dafür verantwortlich, dass wir zum Beispiel komplexe Bewegungsabläufe ausführen oder im Falle eines Sturzes schnell agieren und entsprechend reagieren können.

Und natürlich eignen sich die Faszienübungen auch dann, wenn man bereits Schmerzen hat und diese aktiv angehen und die Schmerzpunkte lösen möchte.

 

Doch wie geht‘s? Was benötigt man für das Faszientraining zuhause?

 

Die Hilfsmittel sind relativ einfach: Eine Hartschaumrolle, in Sportgeschäften auch unter dem Namen Blackroll© bekannt und in verschiedenen Härtegraden erhältlich, sowie ein handelsüblicher Tennisball. Und schon kann es losgehen!

Und zwar mit der Selbstmassage, denn diese ist für unsere Faszien ideal. Und obwohl das vielleicht ein bisschen nach Wellness klingt, gehört natürlich dennoch Motivation und aktive Bewegung dazu – damit das Netz aus Faszien wieder glatt und geschmeidig wird.

Dazu legt man das Hilfsmittel – also Rolle oder Ball – unter die einzelnen Körperpartien wie Nacken, Schultern, Rücken, Gesäß oder Fußgewölbe und rollt diesen Bereich sanft darüber. Die Übungen macht man entweder auf einer Gymnastikmatte liegend oder stehend an einer Wand. Dabei rollt man stets nur über das Gewebe selbst. Wirbelsäule oder Knochen bleiben außen vor! Die Intensität der Massage lässt sich bei den meisten Übungen selbst regeln, je nachdem wie stark man sein eigenes Gewicht auf die Rolle oder gegen den Ball verlagert.

30 bis 60 Sekunden langsames Rollen pro Körperpartie sind dabei ideal, um Verkürzungen oder Verhärtungen im Fasziengewebe sorgsam zu behandeln. Wer sich also an mindestens 3 Tagen pro Woche 10 Minuten Zeit nimmt, kann – nach sorgfältiger Anleitung – tolle Erfolge erzielen! Wichtiger Tipp: Trinken Sie vor und nach den Übungen je ein Glas Wasser, damit das Fasziengewebe genügend Flüssigkeit zum Aufnehmen hat.

Bitte vergessen Sie – neben dem Training zuhause – jedoch nicht, einen Arzt oder Therapeuten aufzusuchen und die Ursache für eventuelle Schmerzen abklären zu lassen.

Ein unangenehmes Gefühl oder leichter Schmerz während der Selbstmassage mit Ball oder Hartschaumrolle ist jedoch völlig in Ordnung und sogar erwünscht. Bei regelmäßiger Übung lässt er von Mal zu Mal nach und zeigt Ihnen, dass Sie ihren Faszien und somit auch Ihrem Wohlbefinden in nur wenigen Minuten etwas wirklich Gutes tun.

Mehr zum Thema Faszien-Trainig sowie praktische Übungen sehen Sie hier im Video:

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