Erste Frist für alte Führerscheine läuft ab: Was bedeutet das?

Bis 2033 müssen rund43 Millionen Dokumente in Deutschland in fälschungssichere EU-Versionen getauscht werden. Wer jetzt schon handeln muss.
| srw, rom
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Ein bisserl Nostalgie: Zwei alte Führerscheine von 1929, ein rosa Führerschein, der zwischen 1986 und 1998 ausgestellt wurde, und ein EU-Führerschein, der seit 1999 ausgegeben wird.
Ein bisserl Nostalgie: Zwei alte Führerscheine von 1929, ein rosa Führerschein, der zwischen 1986 und 1998 ausgestellt wurde, und ein EU-Führerschein, der seit 1999 ausgegeben wird. © picture-alliance/ dpa

Obwohl die Einführung des neuen EU-Führerscheins erst im Jahr 2033 komplett abgeschlossen sein soll, müssen sich ältere Autofahrer mit dem Umtausch sputen. Denn die erste Frist endet bereits am 19. Januar 2022. Damit bleiben Führerschein-Inhabern, die in den Jahren 1953 bis 1958 geboren wurden, nur noch zwei Monate Zeit für den Wechsel.

Neue Führerscheine: Diese Jahrgänge sollten jetzt Anträge stellen

Wie sehr eilt es nun? ADAC-Sprecher Andreas Hölzel sagt der AZ auf Anfrage, auf dem Portal der Stadt München sei von einer Bearbeitungsdauer von vier Wochen die Rede. "Dies wird jedoch - je nach Führerscheinstelle - schwanken", so seine Einschätzung.

Weitere Unsicherheitsfaktoren: mögliche Corona-Beschränkungen und zunehmender Andrang, je näher der 19. Januar 2022 kommt. Hölzel sagt deswegen der AZ: "Zusammengefasst sollten diejenigen, die den neuen Schein am 19. Januar in der Hand haben wollen, langsam ihren Antrag stellen."

Aber nicht nur sie müssen sich um den Umtausch kümmern. Auch für die geburtenstarken Jahrgänge 1959 bis 1964 (Frist: 19. Januar 2023) könne die Zeit knapp werden, wie die Fachzeitschrift "auto motor und sport" (Ausgabe 25/2021) berichtet. Viele Straßenverkehrsämter seien auf den Ansturm nicht vorbereitet: "So verweisen viele Ämter auf ihren Webseiten auf die letzte Frist im Jahr 2033 und lassen die Leser im Glauben, so lange warten zu können", schreibt die Zeitschrift.

Inhaber eines Pkw-Führerscheins können auf der Website des ADAC nachschauen, welche Frist für sie gilt.

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Alle Papiere vor dem 19. Januar 2013 werden getauscht

Weil der Aufwand immens ist und allein in Deutschland insgesamt rund 43 Millionen Führerscheine - laut ADAC etwa 15 Millionen Papier-Führerscheine sowie rund 28 Millionen Scheckkartenführerscheine - umgetauscht werden müssen, die vor dem 19. Januar 2013 ausgestellt wurden, erfolgt der Umtausch schrittweise. Sprich: Die Aktion ist gestaffelt nach Ausstellungsjahr beziehungsweise teilweise auch in Kombination mit dem Geburtsdatum des Fahrers.

Warum müssen alte Führerscheine getauscht werden?

Grundlage dafür ist die Dritte EU-Führerscheinrichtlinie (EU-Richtlinie 2006/126/EG). In der EU gibt es bisher mehr als 110 verschiedene Führerscheindokumente. Sichergestellt werden soll mit dem Umtausch, dass alle in der EU in Umlauf befindlichen Führerscheine ein einheitliches und fälschungssicheres Muster erhalten.

Neu am EU-Führerschein ist auch, dass er nach 15 Jahren wieder erneuert werden muss - um Fälschungen zusätzlich vorzubeugen. Eine ärztliche Untersuchung oder eine Überprüfung der Fahreignung ist dabei nicht vorgesehen.

Wie viel kostet der Führerschein-Umtausch?

Der Pflichtumtausch kostet rund 25 Euro. Erforderlich ist dafür auch ein biometrisches Passfoto. Münchner müssen den Antrag schriftlich an die Führerscheinstelle in der Garmischer Straße 19/21 stellen, das Formular und weitere Infos gibt es im Internet unter diesem Link: bit.ly.

Wer vergisst, seinen Führerschein rechtzeitig zu erneuern, müsse mit einem Verwarnungsgeld von zehn Euro rechnen. Eine Straftat ist es aber nicht, schreibt der ADAC auf seiner Internetseite.

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