AZ-Service: Richtig heizen, wenn’s kalt wird

Natürlich kostet es Geld, wenn man’s in der kalten Jahreszeit daheim behaglich haben mag. Aber es gibt Tipps zum Sparen. Die AZ hat hier die wichtigsten zusammengetragen
| Mark Bihler
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Heizung aus! Wer es — etwa im Schlafzimmer — gern kühl hat, der sollte diesen Raum isolieren, etwa den Türstock abdichten.
photothek Heizung aus! Wer es — etwa im Schlafzimmer — gern kühl hat, der sollte diesen Raum isolieren, etwa den Türstock abdichten.

München - Wie kalt der kommende Winter wird, ist noch unklar. Klar ist, dass er teuer wird. So wird die Ökostrom-Umlage zur Förderung erneuerbarer Energie Anfang 2014 auf 6,307 Cent je Kilowattstunde steigen. Und Experten rechnen mit steigenden Kosten für Gas und Öl.

Bei den Heizkosten haben es Mieter und Hausbesitzer aber auch selbst in der Hand: Mit einfachen Tricks lässt sich viel Geld sparen. Die AZ zeigt, wie.

„Es sind meistens die einfachen Fehler, die gemacht werden“, sagt Daniel Kaßeckert, Energieberater bei den Stadtwerken München. Wer alle Tricks berücksichtigt, kann schon mal gut zehn Prozent bei den Heizkosten sparen. Wie viel es dann am Ende genau sind, hängt auch von der Bausubstanz und der Heizungsanlage ab.

Wie warm soll es in der Wohnung sein? Das ist von Raum zu Raum unterschiedlich. 21 Grad sind optimal fürs Wohnzimmer, in der Küche tun es 17 Grad, in Flur und Diele sind 15 Grad ausreichend. Wichtig: Jeder Raum sollte mit dem eigenen Heizkörper beheizt werden. Damit die Temperaturen in den Räumen auch unterschiedlich bleiben, gilt: immer die Türen schließen.

Soll ich die Heizung absenken, wenn ich nicht daheim bin? Ja. Jedes Grad Raumtemperatur spart fünf bis sechs Prozent Heizkosten. „Drei Grad Absenkung sollten es auf alle Fälle sein“, rät SWM-Experte Kaß-eckert. Ganz abdrehen sollte man die Heizung aber nicht. Denn sonst kühlen Raum und Wände zu stark aus. Ein erneutes Aufheizen verschwendet dann unnötige Energie. Steht der Thermostat im Wohnzimmer beispielsweise auf „3“, dann kann man ihn ohne weiteres auf „2“ runterdrehen, solange man außer Haus ist.

Wie sieht es mit dem Lüften aus? Am besten die Wohnung nach Bedarf drei bis vier Mal am Tag kurz „querlüften“ – also gegenüberliegende Fenster ganz öffnen.
Ein ständig gekipptes Fenster im Schlafzimmer zum Beispiel ist ein Wärmekiller. Weil die Räume einer Wohnung nie ganz dicht sind, entweicht dort den ganzen Tag warme Luft. Zu viel Lüften kostet: Erst wenn die relative Luftfeuchtigkeit 60 Prozent erreicht, droht Schimmelgefahr.
Der Münchner Mieterverein rät: Große Mengen Wasserdampf (etwa durch Kochen oder ausgiebiges Duschen) möglichst sofort nach draußen abziehen lassen. Auch hier gilt es, durch das Schließen der Zimmertüren zu verhindern, dass sich der Dampf in der Wohnung verteilt. Auch wenn Wäsche in einem Raum getrocknet wird, muss häufiger gelüftet werden. Zudem: Auch bei Regenwetter lüften, wenn es nicht gerade in die Wohnung regnet. Die kalte Außenluft ist trotzdem trockener als die warme Zimmerluft. Bei neuen Fenstern muss ebenfalls häufiger gelüftet werden.

Ich will kühl schlafen. Was tun? Wer es im Schlafzimmer gerne kalt hat, sollte zumindest die Türe so gut wie möglich abdichten. Für den Türstock gibt es Moosgummi, und für die Türunterseite sind Abdichtleisten erhältlich.

Elektroheizer sind teuer. Weil Wärme aus Gas und Öl billiger ist als Wärme aus Strom, sollte man Elektroheizer nur kurzzeitig anschalten. Beispielsweise, wenn es in der Früh im Bad schnell warm sein soll. „Aber Elektroheizer keinesfalls drei, vier Stunden laufen lassen“, warnt Kaßeckert.

Was sind noch häufige Fehler? „Zugestellte Heizkörper sind noch immer ein Klassiker“, so Kaßeckert.Verkleidungen, Vorhänge oder Möbel vor den Heizkörpern können bis zu 20 Prozent der abgegebenen Wärme schlucken.
Heizkörper sollten regelmäßig entlüftet werden. Und wer sich im Winter bei minus 15 Grad vor der Tür drinnen im T-Shirt wohlfühlen möchte, der dreht die Heizung oft zwei, drei Grad höher auf als der Nachbar im Pullover. Auf jeden Fall abends Rolladen und Vorhänge schließen. Diese isolieren zusätzlich, wenn die Heizung auf Nachtabsenkung schaltet.

Was bringen Apps für die Heizung? Programme fürs Smartphone versprechen große Einsparungen. Das System von „Tado“ fährt beispielsweise die Heizung rauf und runter, je nachdem, ob man weiter als 200 Meter vom Haus weg ist, oder nicht – dank der Ortungsdienste. Doch entsprechende Systeme kosten Geld, entweder in der Anschaffung oder Miete. „Sie machen auch nicht viel anders, als man manuell selbst tun kann“, findet Energieberater Kaßeckert.
Außerdem lassen sich mit vielen Apps noch keine Heizungen regeln, die an eine zentrale Anlage in einem Haus mit mehreren Mietern angeschlossen sind.

Macht eine Energieberatung Sinn? Für Mieter und Hausbesitzer, die noch mehr sparen wollen, ist eine individuelle Beratung eine gute Idee.
Die Stadtwerke München bieten sie via Telefon, E-Mail oder im Servicecenter an. Für einkommensschwache Haushalte gibt es einen Sonderservice: Ein Energieberater kommt in die Wohnung und sorgt mit dafür, dass einem die Heizkosten nicht das ohnehin knappe Budget wegfressen.

 

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