17 Prozent der Erwachsenen erkranken einmal im Leben an einer Depression.

Berechnungen zufolge erkranken rund 17 Prozent der Erwachsenen in Deutschland mindestens einmal im Leben an einer anhaltenden depressiven Störung. Ursache kann neben genetischen Komponenten eine Stoffwechselstörung im Gehirn sein. Seltener ist es eine Folge von Stress.
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Ein Paar sitzt auf einem Bett und schweigt sich an. Wird ein Partner depressiv, belastet das eine Beziehung schwer.
Ein Paar sitzt auf einem Bett und schweigt sich an. Wird ein Partner depressiv, belastet das eine Beziehung schwer. © Imago

Berechnungen zufolge erkranken rund 17 Prozent der Erwachsenen in Deutschland mindestens einmal im Leben an einer anhaltenden depressiven Störung. Ursache kann neben genetischen Komponenten eine Stoffwechselstörung im Gehirn sein. Seltener ist es eine Folge von Stress.

Der Partner zieht sich zurück, lässt niemanden mehr an sich heran. Der andere leidet mit, gibt sich vielleicht selbst eine Mitschuld. Oder fühlt sich zurückgewiesen. Die Diagnose Depression ist eine schwere Belastung für eine Beziehung. Oft hält die Liebe das nicht aus.

Das hat die Studie "Deutschland-Barometer Depression" der Depressionshilfe und der Deutschen Bahn Stiftung ergeben. Bei 45 Prozent der Betroffenen ließ die Erkrankung die Beziehung zerbrechen.

Erkrankte verlieren den Antrieb 

Ulrich Hegerl, der Chef der Stiftung Depressionshilfe, erklärt: "An Depression erkrankte Menschen verlieren den Antrieb, ihr Interesse und fühlen sich innerlich abgestorben, ohne Verbundenheit mit anderen Menschen oder ihrer Umwelt. Sie ziehen sich zurück und sehen den gesamten Alltag wie durch eine schwarze Brille." Das belegt auch die Studie: 84 Prozent der Betroffenen gaben an, dass sie sich aus sozialen Beziehungen zurückgezogen haben. Die Gründe: Sehnsucht nach Ruhe (53 Prozent), fehlendes Interesse (50 Prozent) oder auch einfach Erschöpfung (47 Prozent).

Angehörige werden von Schuldgefühlen heimgesucht

Die Angehörigen wiederum wurden oft von Schuldgefühlen geplagt (73 Prozent). 30 Prozent von ihnen sagten zudem, sie seien schlecht über das Thema Depressionen informiert gewesen. Die Erkrankten fühlten sich dadurch unverstanden (84 Prozent).

Depression: Tipps für Angehörige

Die Stiftung Deutsche Depressionshilfe hat Ratschläge für Partner und Angehörige von Betroffenen:

  • Organisieren Sie ärztliche Hilfe für den Erkrankten.
  • Stehen Sie ihm zur Seite und sprechen Sie ihm Mut zu.
  • Bleiben Sie geduldig. Die Depressionshilfe schreibt auf ihrer Internetseite: "Erinnern Sie ihn stets daran, dass die Depression eine Erkrankung ist, die vorübergeht und sich gut behandeln lässt." 
  • Informieren Sie sich über das Thema Depression, zum Beispiel beim kostenlosen Info-Telefon der Deutschen Depressionshilfe unter 0800/3344533 (Montag, Dienstag, Donnerstag: 13 bis 17 Uhr; Mittwoch und Freitag 8.30 bis 12.30 Uhr). Wichtig ist etwa zu wissen, dass Rückzug kein böser Wille oder Liebesentzug ist, sondern ein Zeichen der Krankheit.
  • Halten Sie sich mit gut gemeinten Ratschlägen zurück. Zum Beispiel: "Schalte doch mal ab" oder "Nimm dich doch mal zusammen". Ein Betroffener kann das nicht erfüllen, es verstärkt womöglich nur zusätzlich seine Schuldgefühle.
  • Achten Sie auch auf sich und überfordern Sie sich nicht selbst. Organisieren Sie Unterstützung und verlieren Sie Ihre eigenen Interessen nicht aus den Augen.
  • Tauschen Sie sich mit anderen aus. Möglich ist das etwa bei Angehörigengruppen oder im Internet unter www.diskussionsforum-depression.de

Lesen Sie auch: "Depressionen sind hohe Belastung für Angehörige" 

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