So wahren Sie den Haussegen während der Corona-Isolation

Die Eltern arbeiten im Homeoffice, Schule und Kindergarten sind geschlossen, vielleicht wohnt auch die Oma unter demselben Dach - während der Corona-Isolation verbringen wir viel mehr Zeit mit den Liebsten als sonst. Aber wie übersteht man als Familie eigentlich eine Krise ohne Krise?
| (niz/spot)
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Den Haussegen während der Corona-Isolation wahren - wie gelingt das?
ekaterinapoplavska / Shutterstock.com Den Haussegen während der Corona-Isolation wahren - wie gelingt das?

So verschieden wie die Familienkonstellationen, so verschieden wird auch deren Situation während der Corona-Isolation sein. Die einen müssen jetzt auf einmal den ganzen Tag auf 70 Quadratmeter miteinander klarkommen, während die anderen sich im großen Haus aus dem Weg gehen können. Viele Faktoren sind entscheidend, wenn es darum geht, sich auch nach der vermutlich mehrwöchigen Isolation noch mit seinen Familienmitgliedern zu verstehen.

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Schon an den Weihnachtsfeiertagen schaffen manche Familien es, sich so auf die Nerven zu gehen, dass heftige Streits und Diskussionen entstehen. Wie soll das also während einer womöglich wochenlangen Isolation werden? Und dann auch noch ohne die üblichen Ablenkungen wie Fußball, Fitnessstudio, Freunde treffen. Wer jedoch ein paar Leitlinien beachtet, kann seinen Verwandten nach überstandener Isolation vielleicht noch in die Augen sehen.

Offene Kommunikation

In einer Situation, in der man viel Zeit auf engstem Raum miteinander verbringt, sei es besonders wichtig, dass man von Anfang an offen kommuniziert, erklärt Sozialpädagogin Irmgard Schmelcher-Haimerl. Sollte es einmal zu einer Streitsituation kommen, dann rät sie, erstmal tief durchzuatmen, innerlich einen Schritt zurückzutreten und, sofern möglich, auch auf räumliche Distanz zu gehen.

Tagesplan erstellen

Es sei auch wichtig, eine Art Routine beizubehalten und eventuell neue Routinen zu erstellen, erklärt die Sozialpädagogin. Man könnte zum Beispiel einen Wochen- oder Tagesplan für die gesamte Familie vereinbaren, in dem genau festgelegt wird, was wann geschieht. Es könne auch von Vorteil sein, unterschiedlichen Familienmitgliedern bestimmte Rollen zuzuteilen. "Struktur schafft Sicherheit, vor allem in unsicheren Zeiten."

Unterschiedliche Menschen haben unterschiedliche Bedürfnisse. Braucht ein Familienmitglied viel Zeit für sich und ist eher in sich gekehrt, so könnte man im Tagesplan bestimmen, dass dieser Mensch eine Stunde Zeit für sich allein in einem eigenen Raum bekommt. Am Ende eines Tages sollte man sich darüber austauschen, ob der Plan für alle zufriedenstellend war und ihn gegebenenfalls für den nächsten Tag anpassen.

Sich bewegen

Bewegung schafft gute Laune, löst Spannungen und bekämpft Langeweile. Deshalb sollte man versuchen, sich auch in häuslicher Isolation täglich eine Stunde zu bewegen. Möglichkeiten bieten sich einige: das Wohnzimmer lässt sich in ein privates Yoga-Studio verwandeln, Treppen eignen sich bestens für Konditionstraining und der Garten eignet sich dafür, einen Parkour aufzubauen - aus allen diesen Beispielen lassen sich nette Familienaktivitäten schaffen.

Kontakt nach außen halten

Dank Social Media können wir Kontakt zur Außenwelt und Freunden halten, ohne dabei das Haus zu verlassen. Soziale Kontakte sind wichtig für unser mentales Wohlbefinden, vor allem auch für Kinder, die aus Schule und Kindergarten soziale Umgebungen gewohnt sind.

Projekte verwirklichen

Die Zeit in der Isolation lässt sich produktiv nutzen. Neben Arbeit und Hausaufgaben kann man sich die Verwirklichung gemeinsamer Projekte vornehmen: Keller ausmisten, Möbel umstellen oder restaurieren, neue Rezepte ausprobieren oder Gemüse anpflanzen. Wer etwas Abstand gewinnen möchte, kann seinen Kleiderschrank neu organisieren, oder das Buch lesen, das schon so lange im Regal wartet. Die australische Psychologin Lea Waters rät außerdem, dass Kinder ein "Corona-Tagebuch" über ihre Erfahrungen führen sollten.

Aus der Erfahrung lernen

Der Schriftsteller Max Frisch hat einmal gesagt: "Krise ist ein produktiver Zustand. Man muss ihr nur den Beigeschmack der Katastrophe nehmen." Das sieht auch Irmgard Schmelcher-Haimerl so: "Eine Krise birgt auch immer eine Chance in sich. Eine Chance, die Gesprächskultur innerhalb der Familie zu verbessern, die man dann in den Alltag mitnehmen kann."

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