So bereiten sich die Paketdienste auf die kommende Weihnachtszeit vor

Wegen der Corona-Krise müssen Paketdienste und -zusteller in der Vorweihnachtszeit vermutlich unter absoluter Höchstlast arbeiten. So bereiten sich die Unternehmen darauf vor.
| (wue/spot)
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Ein Paketzusteller bei seiner Arbeit.
Hananeko_Studio/Shutterstock.com Ein Paketzusteller bei seiner Arbeit.

Egal ob GLS, Hermes, DPD oder die Deutsche Post: Die großen Logistikunternehmen erwarten für die Vorweihnachtszeit in diesem Jahr wegen der Corona-Pandemie deutliche Zuwächse im Paketgeschäft. Während der Krise boomen die Online-Bestellungen - und irgendwie müssen die Weihnachtsgeschenke ja auch zu den Kunden kommen.

Hier gibt es das Buch "Wir haben Sie leider nicht angetroffen: Überleben mit der Deutschen Post".

Pakete so früh wie nur möglich versenden

"Wir gehen in diesem Jahr von einer Rekordmenge aus und rechnen mit einem Zuwachs von über 100.000 Paketen am Tag im Vergleich zum Vorjahr", bestätigt eine Sprecherin von GLS auf Nachfrage von spot on news. 3.500 zusätzliche Mitarbeiter unterstützen den Paketdienstleister demnach im Herbst- und Weihnachtsgeschäft bundesweit in der Sortierung und bei der Abwicklung. In der Zustellung und im Linienverkehr sollen bis zu 1.000 zusätzliche Fahrzeuge im Einsatz sein.

GLS rät, "die Pakete so früh wie möglich zu versenden, da unvorhersehbare Ereignisse wie Staus, gesperrte Straßen oder Autobahnen, Witterungen wie Schneefall etc. gerade in der Vorweihnachtszeit zu Verzögerungen führen können". Für Pakete innerhalb Deutschlands sollte zur Sicherheit demnach spätestens am 22. Dezember ein Auftrag erteilt werden, für Sendungen in EU-Nachbarländer bis zum 21. Dezember und für weitere europäische Länder bis zum 18. Dezember.

Zustellungen auch am Abend

Die Deutsche Post hatte zuletzt angekündigt, Pakete während der Vorweihnachtszeit auch stellenweise am Abend zustellen zu wollen. Tobias Meyer, Vorstand für den Bereich Post und Pakete, erklärte den Zeitungen der Funke Mediengruppe, dass man "mit mehreren Wellen über den Tag" arbeiten wolle. Man rechne wegen des Booms bei Online-Bestellungen 2020 mit einem neuen Rekord bei den Zustellungen.

An Spitzentagen werden demnach bis zu elf Millionen Pakete erwartet. Dieser Wert liege sonst bei etwa 5,2 Millionen. Bis zum Jahresende sollen demnach 10.000 neue Mitarbeiter eingestellt werden. Wer sicherstellen wolle, dass ein Paket rechtzeitig ankommt, sollte dieses bis spätestens 12:00 Uhr am 19. Dezember aufgeben. Briefe und Postkarten sollten bis zum 22. Dezember bei der Post sein.

Bis zu 2,5 Millionen Pakete

Man rechne "in der Tat mit deutlichen Zuwächsen bei den Paketmengen der nächsten Wochen", bestätigt auch ein Sprecher von DPD Deutschland. Deshalb würden die Kapazitäten ausgebaut. Im Gegensatz zur Deutschen Post sei bei DPD in der Weihnachtszeit keine Abendzustellung vorgesehen. Damit ein Paket rechtzeitig bis Heiligabend ankommen könne, sollte es demnach spätestens bis zum 22. Dezember aufgegeben werden.

Bereits im Mai war mit nahezu 2,2 Millionen Paketen am Tag ein neuer Rekordwert erreicht worden, wie es zudem in einer Pressemitteilung heißt. Man erwarte, in der Vorweihnachtszeit bis zu 2,5 Millionen Pakete täglich zuzustellen. Um diesen Mehraufwand bewältigen zu können, seien dann mehr als 2.000 zusätzliche Fahrzeuge und 4.000 zusätzliche Arbeitskräfte - in den Sortierzentren und in der Zustellung - im Einsatz.

Kampf dem Winterwetter

"Auch wir rechnen in den kommenden Wochen und Monaten mit Rekordmengen und stellen uns auf rund 120 Mio. Sendungen ein, die wir im Zeitraum Oktober bis Dezember bewegen werden", bestätigte eine Sprecherin von Hermes Germany auf Anfrage. Das entspreche einem Anstieg von gut 20 Prozent zum Vorjahr. Man sei für die Hochsaison jedoch gut gerüstet. Da man bereits seit Monaten darauf hingearbeitet habe, "sind wir mit unseren Kapazitäten und den vielfältigen getroffenen Vorkehrungen gut für die nun anrollenden Mehrmengen aufgestellt".

Der Fuhrpark werde um etwa 3.900 zusätzliche Fahrzeuge aufgestockt, 3.500 zusätzliche Mitarbeiter unterstützen ihre Kollegen und die Sortierkapazität werde um 30 Prozent erhöht. Eine Abendzustellung sei derzeit nicht geplant und auch mit Lieferengpässen rechne man aufgrund der getroffenen Maßnahmen nicht, heißt es weiter.

Zuvor hatte Hermes auch bereits in einer Pressemitteilung bekanntgegeben, dass Sendungen innerhalb Deutschlands spätestens bis 12:00 Uhr am 21. Dezember abgegeben werden sollten, damit sie mit Sicherheit noch unter dem Christbaum landen. Auch Abholungen an der Haustüre sollten für spätestens 21. Dezember geplant werden. Bei internationalen Lieferungen gilt der 15. Dezember als Stichtag. Hermes rät: "Weihnachtsbestellungen besser frühzeitig tätigen und auch private Sendungen nicht erst auf den letzten Drücker abschicken. So ist eine pünktliche Lieferung meist dann noch gesichert, wenn die Paketzusteller/innen vom Winterwetter ausgebremst werden sollten."

Amazon gibt noch kein Datum an

"Grundsätzlich stellen wir jedes Jahr zu Weihnachten tausende zusätzliche saisonale Kollegen ein. So auch dieses Jahr", bestätigt ein Sprecher von Versandriese Amazon auf Nachfrage. Zudem habe man "in diesem Jahr zwei neue Logistikzentren (in Oelde und in Sülzetal) sowie weitere Verteilzentren eröffnet". Im Blog von Amazon ist nachzulesen, dass für die Weihnachtszeit bis zu 10.000 Saisonarbeitskräfte gesucht sind.

Feste Bestellfristen möchte der Konzern allerdings noch nicht kommunizieren, denn dazu sei es noch zu früh. Kunden sehen das voraussichtliche Lieferdatum grundsätzlich auf der Seite des jeweiligen Artikels.

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