Gesunde Augen: Viele Menschen gehen zu selten zum Arzt

Mehr als sieben Millionen Menschen in Deutschland haben die Augenkrankheit AMD. Wer früh zur Vorsorgeuntersuchung geht, kann ihr beikommen.
| (elm/spot)
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In Sachen Augengesundheit hat die deutsche Bevölkerung noch nicht alles im Blick.
HQuality / Shutterstock In Sachen Augengesundheit hat die deutsche Bevölkerung noch nicht alles im Blick.

Unter dem Motto "Die Zukunft im Auge behalten" findet aktuell die bundesweite Gesundheitskampagne "Woche des Sehens" statt, die auf das Thema Augengesundheit aufmerksam macht. Sie fällt auf die Zeit zwischen dem 8. Oktober, Welttag des Sehens, und dem 15. Oktober, dem internationalen Tag des weißen Stocks. Letzterer verdankt seinen Namen dem Blindenstock, auf den in Deutschland etwa 155.000 Menschen angewiesen sind, Schätzungen gehen von 36 Millionen Blinden weltweit aus. Dass eine solche Kampagne angebracht ist, zeigen die Ergebnisse einer aktuellen Studie: Laut der repräsentativen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Kantar kümmern sich die Bürger hierzulande zu wenig oder schlecht um ihr Augenlicht.

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Die Studie zeigt: Zwar fürchtet sich mehr als die Hälfte der Bevölkerung davor, im Alter an Sehkraft zu verlieren, trotzdem gehen viele Menschen nicht oder zu spät zum Augenarzt. So gaben 70 Prozent der Befragten an, einen Spezialisten erst aufzusuchen, wenn sie bereits Probleme mit den Augen haben. Obendrein ist die häufigste Ursache für Blindheit in den westlichen Industriestaaten, die altersabhängige Makuladegeneration (AMD) vielen Menschen nicht einmal geläufig. Während 87 Prozent schon einmal vom Grauen Star gehört haben, gab nur etwas mehr als ein Drittel an, die Krankheit AMD, zu kennen, von der in Deutschland knapp 7,5 Millionen Menschen betroffen sind. Dagegen sind bekanntere Augenkrankheiten wie der Grüne oder Graue Star mit jeweils weniger als einer Millionen Fälle deutlich geringer verbreitet, zumal beide auch medikamentös und operativ behandelt werden können.

AMD - Symptome und Ursachen

Es gibt zwei Formen der AMD, die trockene und die feuchte. Das typischste Symptom der trockenen AMD ist der Verlust der Sehschärfe im Zentrum des Sichtfeld. Betroffene bemerken diese Sehstörung häufig erst sehr spät, im weiteren Verlauf nehmen auch die Farbkontraste ab und gerade Linien erscheinen verzerrt. Letzteres ist gleichzeitig das häufigste Symptom einer feuchten AMD. Sie entwickelt sich aus der trockenen Variante und ist für 90 Prozent der Erblindungen in Deutschland verantwortlich. In der Regel taucht sie zunächst an einem Auge auf, bevor sie mit 50-prozentiger Wahrscheinlichkeit auch das andere Auge betrifft.

Die genaue Ursache der altersabhängigen Makuladegeneration ist zwar nicht geklärt, doch bei ihrem Verlauf lagern sich Stoffwechselrückstände im Auge ab, sogenannte Drusen, die zu blinden Flecken führen. Ab einem Alter von etwa 50 sind Drusen im Auge Normalität, problematisch wird es erst, wenn sich zu viele und zu große von ihnen ansammeln. Sie stören die Reproduktion der Sinneszellen im Auge, die für die Umwandlung von Licht in elektrische Signale zuständig sind. Unser Gehirn kann die Lichtimpulse ohne sie nicht mehr verarbeiten und in unser Bewusstsein übersetzen - das heißt, dass die Sehfähigkeit verloren geht.

Darum lohnen sich Vorsorgeuntersuchungen

Das Entstehen einer trockenen AMD lässt sich weder verhindern noch aufhalten. Lediglich die richtige Ernährung und Stressvermeidung verlangsamen den natürlichen Prozess des alternden Auges. Für die feuchte AMD gilt das nicht, ihr Fortlauf lässt sich behandeln und eindämmen, sofern sie frühzeitig erkannt wird. Dazu sollte die Bevölkerung, so die Empfehlung des Berufsverbands der Augenärzte, Vorsorgeuntersuchungen in Anspruch nehmen und regelmäßig die Netzhaut untersuchen lassen, speziell ab einem Alter von 55 Jahren. Nur dann kann der Augenarzt dabei helfen, die Sehfähigkeit bis ins hohe Alter zu erhalten.

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