Der Trend zum Townhouse

Zum Reihenhäuschen in zentraler Lage gehört heute oft ein Garten oder eine Grünanlage auf dem Dach  
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Zum Reihenhäuschen in zentraler Lage gehört heute oft ein Garten oder eine Grünanlage auf dem Dach

Der Traum von der häuslichen Idylle mit kleinem Garten in zentraler Lage erfüllt sich für Stadtbewohner mit einem Townhouse. Vor allem exklusive Luxus-Stadthäuser werden derzeit errichtet – und sind begehrt bei Käufern. Bisher allerdings weniger in München – Berlin und Frankfurt sind die Vorreiter. „Mittlerweile wird der Begriff Townhouse nicht mehr ganz trennscharf verwendet“, sagt Mirjam Thomann vom Bund Deutscher Architekten (BDA).

Damit werden mehrgeschossige Einzelhäuser verschiedenen Typs bezeichnet, die zumeist in Reihe gebaut werden und auf schmaler Grundfläche stehen. „Ein Townhouse im klassischen Sinn steht auf einer eigenen Grundstücksparzelle, besitzt Brandwände zu den Nachbarparzellen und einen individuellen Eingang auf der Straßenseite“, erklärt Thomann. Die historischen Vorläufer des modernen Stadthauses aus dem frühen 20. Jahrhundert waren schmal, hoch und eher unscheinbar. Die aktuellen Bauprojekte wollen weg vom grauen Reihenhaus-Image. Eindeutige architektonische Trends auszumachen, ist bei der Vielzahl der Projekte jedoch schwierig, sagt Hermann Scheidt, Architekt und BDA-Präsidiumsmitglied. Allgemein herrsche ein Loft- und Ateliercharakter vor: große Fensterflächen, die teilweise bis zum Boden reichen, hohe Decken, oft nur ein Raum pro Etage.

Gründe für diese Alternativkonzepte liegen laut Projektentwicklern im Wunsch der Bauherren und Käufern nach größerer Grundfläche, mehr Privatsphäre und Individualität. „Die Townhouse-Maisonetten auf zwei Ebenen mit Terrasse und Anschluss an einen großen Garten ermöglichen ein innerstädtisches Leben im Grünen“, erläutert Auftraggeber Michael Ries. Besonders gefragt ist die Dachbebauung – immer mehr Häuser haben eine Dachterrasse oder einen Dachgarten. In einzelnen Fällen wird die untere Etage für eine gewerbliche Nutzung konzipiert. Arbeiten und Wohnen lassen sich so miteinander verbinden. Wie auch bei anderen Häusern setzen auch hier Bauherren auf natürliche Baustoffe. Dazu zählen Holzrahmen für die Fenster, für die Fassaden kommen Natursteine wie Schiefer sowie Klinker und Holz zum Einsatz.

Gedeckte Farben und klassisch klare Formen ohne Schnörkel unterstreichen die Tendenz zur Natürlichkeit. „Wir achten bei der Verwendung der Baumaterialien daher auf die weitestgehende Nutzung von ökologischen und regionalen Materialien“, sagt Giovanna Stefanel-Stoffel, Gründerin des Projektentwicklers Stofanel. Eine Entwicklung ist der Wunsch nach der individuellen Gestaltung der Häuser. Im Inneren ist dies ohne weiteres möglich, nicht aber bei der Außengestaltung. „Die Grenzen der Individualität eines Townhouses werden vom jeweiligen Bebauungsplan vorgegeben“, erläutert BDA-Sprecherin Thomann. „Bei den meisten Stadthäuserzeilen ähneln sich die einzelnen Einheiten daher sehr stark.“ Dennoch ist ein Townhouse für die Individualisten untern den Hausbauern attraktiv. Nicht nur in Bau-Gemeinschaften, auch bei Projektentwicklern oder Investoren-Projekten können Käufer individuelle Vorstellungen äußern, die sich in der architektonischen Ausgestaltung widerspiegeln – und sich so von den Nachbarn im Einheitsgrau absetzen.

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