Wo Sie die besten Zinsen bekommen

Fest- und Tagesgeld zählen zu den beliebtesten Anlageformen der Deutschen. Doch Rendite werfen sie (fast) nicht ab. Warum sich ein Blick ins Ausland lohnt und wo für Sparer Fallen lauern.
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Die Deutschen haben zwei (Finanz-)Probleme: Zum einen können viele Sparer die Renditechancen der Anlageformen nicht richtig einschätzen. Eine Umfrage von Kantar Emnid zeigt, dass 13 Prozent der Befragten eine Rendite von fünf Prozent bei Tages- oder Festgeld für möglich halten. Das ist in der derzeitigen Niedrigzinsphase aber völlig utopisch.

Und zum anderen sinkt die Inflation kaum. Das bedeutet, dass das Geld der Sparer auf dem Tages- oder Festgeldkonto sogar noch an Wert verliert.

Wer also sein Geld nicht auf irgendwelchen Konten mit mickrigen Zinsen versauern lassen will, sollte sich andere Angebote suchen, bei denen zumindest ein Inflationsausgleich möglich ist.

Die AZ zeigt im dritten Teil der Serie Tipps zur Geldanlage, wo es auf Fest- und Tagesgeld die höchsten Zinsen gibt:

Tagesgeld

Bei der Wahl der Anlageformen machen die Deutschen keine Experimente, Sicherheit ist ihnen wichtig: 38 Prozent nutzen das Tagesgeldkonto eines deutschen Anbieters.

Dort können Verbraucher ihre Ersparnisse flexibel parken, der Sparer kann jederzeit auf seine Einlagen zugreifen. Zinsen gibt es dafür aber kaum. Zudem können die Banken den Zins täglich neu festlegen. Eine Erhebung der FMH-Finanzberatung unter 625 Banken und Sparkassen in Deutschland ergab, dass zwar 388 Institute nach wie vor ein Tagesgeld-Angebot, aber keine Zinsen mehr haben. 16 weitere Banken verzinsen das Tagesgeld mit 0,001 Prozent – bei einer Anlage von 10.000 Euro sind das läppische 10 Cent Zinsertrag pro Jahr. Die 27 Top-Anbieter zahlen immerhin 0,2 bis 1,0 Prozent. Der Mittelwert der Geschäftsbanken liegt bei 0,037 Prozent, bei den Direktbanken bei 0,169 Prozent.

Festgeld

Hier handelt es sich um eine Termineinlage. Der Sparer legt eine bestimmte Summe bei der Bank an, die Laufzeit wird vorher festgelegt. Der Kunde kann während dieser Laufzeit nicht auf sein Geld zugreifen. Dafür gibt’s (ein bisserl) mehr Zinsen als beim Tagesgeld.

Laut FMH liegt der durchschnittliche Zins bei einer Laufzeit von zwölf Monaten bei 0,19 Prozent. Allerdings steigt die Aussicht auf gute Zinsen mit der Länge des Anlagehorizonts: Wer sein Geld für zwei Jahre fest anlegt, kann höhere Zinsen bekommen. Experten raten aktuell davon ab, das Geld länger als fünf Jahre anzulegen. Denn die Europäische Zentralbank (EZB) bereitet die Zinswende vor.

Die besten Angebote machen derzeit ausländische Geldinstitute. Hier greifen bei Bankproblemen die ausländischen Einlagensicherungssysteme.

Die Kostenfallen

Bei Tages- und Festgeld kommen die Angebote ohne versteckte Kostenfallen aus. Die Eröffnung eines Kontos ist ebenso kostenlos wie dessen Führung. Nur Neukunden sollten genauer hinschauen. Denn Banken bieten ihnen oft attraktive Zinsen. Nicht immer wird der beworbene Zins für den gesamten Anlagebetrag gezahlt, heißt es im „Handbuch Geldanlage“ der Stiftung Warentest. Banken wenden bei solchen Angeboten eine umgekehrte Zinstreppe an: Für einen kleinen Betrag wird ein relativ hoher Zinssatz gezahlt, für darüber liegende Anlagebeträge nur niedrigere Zinsen.

International anlegen? So geht’s!

Bei Festgeld-Anlagen schielen viele Anleger ins Ausland, weil es dort mehr Rendite gibt. Wollen Anleger ein Konto bei einer ausländischen Bank eröffnen, müssen sie in der Regel einen Wohnsitz in dem jeweiligen Land haben. Hier kommen Zinsportale ins Spiel. Sie vermitteln Angebote aus dem Ausland.

Mehr Rendite bedeutet mehr Risiko, warnt Verbraucherexperte Niels Nauhauser. Er bezweifelt bei den Portalen, ob Sparer bei einer Pleite der Auslands-Bank eine Entschädigung erhalten.

Die Portale heißen etwa weltsparen.de, Savedo oder Zinspilot. Im Prinzip agieren die Plattformen als Vermittler für Angebote aus Europa und Geldsammler.

Bei Weltsparen funktioniert das Ganze so: Kunden müssen sich auf der Plattform online anmelden. Dann können sie bei einer Partnerbank des Portals ein Konto eröffnen. Dazu müssen sie ihre Identität nachweisen. Der Sparer kann seine Einlage auf das Konto überweisen. Endet die Laufzeit, überweist die ausländische Bank das Geld mit Zinsen auf das Verrechnungskonto.


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