Volkswagen will bundesweite Wechselprämie für ältere Diesel

Dass Volkswagen seine Wechselprämie für alte Diesel nun auf ganz Deutschland ausweiten möchte, bezeichnet Verkehrsminister Scheuer als gute Nachricht. Saubere Luft in den Städten soll das Ziel sein. Nach Expertenmeinung gibt es aber ganz andere Beweggründe für VW.
| dpa
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VW will die Wechselprämie für ältere Diesel auf ganz Deutschland ausdehnen.
Julian Stratenschulte/dpa 2 VW will die Wechselprämie für ältere Diesel auf ganz Deutschland ausdehnen.
Bis zu 7500 Euro "Umweltprämie" werden im Heckfenster eines gebrauchten VW Passat angeboten.
Julian Stratenschulte/dpa 2 Bis zu 7500 Euro "Umweltprämie" werden im Heckfenster eines gebrauchten VW Passat angeboten.

Wolfsburg - Volkswagen will die Wechselprämie für ältere Diesel auf ganz Deutschland ausdehnen.

"Aktuell prüft der Volkswagen Konzern ein zeitlich befristetes bundesweites Angebot der Wechselprämie, die bei Inzahlungnahme eines Euro-4- oder Euro-5-Diesel-Fahrzeugs gewährt wird", sagte ein Konzernsprecher am Freitag. Diese ist ihm zufolge aktuell auf die 15 besonders belasteten Städte beschränkt. Zuvor hatte die "Bild" über das Vorhaben berichtet.

"Die zuständigen Vorstandsgremien werden voraussichtlich Anfang der kommenden Woche Entscheidungen dazu treffen", sagte der Sprecher. "Damit ist der größte deutsche Autokonzern der erste Anbieter, der allen Dieselbesitzern in Deutschland ein richtig gutes Tauschangebot für sauberere Autos macht", sagte Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) dem Blatt. Zeitgleich versuchte der Minister, den Druck auf die Konkurrenz zu erhöhen. "Ich hoffe, dass auch die anderen Autohersteller für solche guten News im Sinne ihrer Kunden sorgen", sagte Scheuer.

Solche Aussichten hält Branchenexperte Ferdinand Dudenhöffer für unrealistisch. "Die Hoffnung des Ministers, dass dadurch weitere Fahrverbote vermieden werden könnten, geht an der Realität vorbei", sagte der Direktor des Center Automotive Research (CAR) an der Universität Duisburg-Essen. "Die Hersteller arbeiten alle gewinnorientiert und machen das, was sie für richtig halten, nicht das, was sich ein Verkehrsminister wünscht." Dass Volkswagen mit den Prämien nun vorangehe, liege daran, dass der Dieselskandal und die Probleme bei der Umstellung auf das neue Abgas-Prüfverfahren WLTP das Unternehmen gehörig zurückgeworfen hätten.

VW hatte wie andere Autobauer bereits im Rahmen des Dieselgipfels vom August 2017 eine sogenannte Umweltprämie angeboten. Nach Konzernangaben werden dabei Euro-1- bis Euro-4-Diesel-Fahrzeuge beliebiger Hersteller zurückgenommen und verschrottet. Der Kauf eines Neuwagens oder eines jungen Gebrauchtfahrzeugs werde im Gegenzug mit einem Preisnachlass unterstützt. Im Rahmen dieser beiden Tauschaktionen seien bisher mehr als 240 000 alte Diesel gegen neue Wagen getauscht worden. Auch andere Autobauer, darunter Daimler und BMW, haben verschiedene Modelle für Preisnachlässe und Rabatte beim Tausch alter Dieselfahrzeuge mit der Abgasnorm Euro 1 bis 4 sowie Euro 5 in den besonders stickoxidbelasteten Regionen.

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