Vier Prozent aufs Tagesgeld: Zinsen bei Banken steigen

Der Wettbewerb um Bankkunden verschärft sich. Ausländische Geldhäuser, Smartphone-Banken und etablierte Häuser locken mit Zinsanhebungen. Sparer profitieren - müssen aber genau hinschauen.
dpa |
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Sparer bekommen für Gelder auf der Bank wieder mehr Zinsen (Archivbild)
Sparer bekommen für Gelder auf der Bank wieder mehr Zinsen (Archivbild) © Hendrik Schmidt/dpa
Frankfurt/Main

Sparer können derzeit so hohe Tages- und Festgeldzinsen bei Banken kassieren wie lange nicht. Aktuell erhalten Anleger bei mindestens elf Geldhäusern zeitweise einen Zinssatz über 3,5 Prozent, wenn sie ein neues Tagesgeldkonto eröffnen, zeigt eine Analyse des Vergleichsportals Verivox. 

"Die Banken buhlen um neue Tagesgeldanleger", heißt es in der Studie, für die aktuellen Tages- und Festgeldzinsen von mehr als 800 Banken und Sparkassen ausgewertet wurden. "Der Konkurrenzkampf an der Spitze des Marktes nimmt dadurch immer mehr Fahrt auf."

Den höchsten Tagesgeldzins biete die Digitalbank Revolut. Hier erhalten Neukunden für bis zu vier Monate 4,25 Prozent, jedoch gelten mehrere Nebenbedingungen. Zudem streichen Neukunden bei der Renault Bank 4,1 Prozent und bei Chase, dem deutschen Ableger der US-Großbank J.P. Morgan, 4 Prozent Zinsen für je vier Monate ein. Die niederländische Ayvens Bank bietet ebenfalls 4 Prozent, allerdings nur für 3 Monate. 

Ausländische Banken streben in Markt

Hintergrund sind hohe Kapitalmarktzinsen und die Aussicht auf höhere Leitzinsen der Europäischen Zentralbank (EZB). Unter Smartphone-Banken und ausländischen Banken, die in den deutschen Markt drängen, ist ein verschärfter Wettbewerb um Sparer ausgebrochen. 

Allerdings haben viele Tagesgeldangebote im Kleingedruckten Bedingungen. "Bei vielen Neukundenangeboten sinken die Zinsen nach den ersten Monaten so stark, dass Sparer dann erneut die Banken wechseln müssen, um weiterhin lukrative Erträge zu erzielen", sagt Oliver Maier, Geschäftsführer der Verivox Finanzvergleich GmbH. Daher lohne es, auf die Bestandszinsen zu achten.

Anders als für Neukunden sind diese nur wenig gestiegen, zeigt die Studie. Bundesweit verfügbare Angebote standen im Juni bei 1,33 Prozent, aktuell bringen sie im Schnitt 1,4 Prozent. 

Festgeldzinsen höher als EZB-Leitzins

Besser sieht es bei Festgeld aus. Anfang Juni lagen die Zinsen hier mit zwei Jahren Laufzeit bei im Schnitt 2,32 Prozent, aktuell sind es 2,55 Prozent - mehr als der Einlagenzinssatz der EZB. Banken bieten Festgeldsparern also höhere Zinsen, als sie selbst erhalten, wenn sie Kundengelder bei der Notenbank parken. "Banken nutzen fest angelegte Spargelder zur Gegenfinanzierung ihrer ausgegebenen Kredite und verdienen an der Zinsdifferenz", erklärt Maier.

Hinweis: Diese Meldung ist Teil eines automatisierten Angebots der nach strengen journalistischen Regeln arbeitenden Deutschen Presse-Agentur (dpa). Sie wird von der AZ-Onlineredaktion nicht bearbeitet oder geprüft. Fragen und Hinweise bitte an feedback@az-muenchen.de

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