Venezuela lässt paralleles Wechselkurssystem zu

Inmitten der politischen Krise in Venezuela hat die Zentralbank ein paralleles Wechselkurssystem zugelassen. Seit Montag darf das private Geldhaus Interbanex Devisengeschäfte in dem sozialistischen Land abwickeln.
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Für das laufende Jahr rechnet der IWF mit einer Inflationsrate von 1,37 Millionen Prozent in Venezuela.
Marcelo Perez del Carpio/dpa Für das laufende Jahr rechnet der IWF mit einer Inflationsrate von 1,37 Millionen Prozent in Venezuela.

Caracas - Inmitten der politischen Krise in Venezuela hat die Zentralbank ein paralleles Wechselkurssystem zugelassen. Seit Montag darf das private Geldhaus Interbanex Devisengeschäfte in dem sozialistischen Land abwickeln.

Am ersten Handelstag legte die Bank den Wechselkurs auf 3200 Bolívar pro Dollar fest. Das bedeutete eine Abwertung von knapp 35 Prozent gegenüber dem offiziellen Wechselkurs der Zentralbank von 2084 Bolívar pro Dollar. Der Interbanex-Kurs entspricht in etwa dem Schwarzmarktpreis. Der Wechselkurs werde künftig von Angebot und Nachfrage bestimmt, teilte das Unternehmen mit.

Venezuela steckt in einer tiefen Wirtschaftskrise. Für das laufende Jahr rechnet der Internationale Währungsfonds (IWF) mit einer Inflationsrate von 1,37 Millionen Prozent, das Bruttosozialprodukt dürfte laut der Prognose um weitere 18 Prozent einbrechen.

Zudem tobt in dem südamerikanischen Land gerade ein Machtkampf zwischen der Regierung und der Opposition. Parlamentschef Juan Guaidó hat sich zum Übergangspräsidenten erklärt und will Staatschef Nicolás Maduro aus dem Amt drängen. Die USA und zahlreiche lateinamerikanische Staaten erkannten ihn bereits an. Maduro hingegen spricht von einem Staatsstreich gegen seine sozialistische Regierung.

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