Unicredit droht Commerzbank-Management - Orlopp gibt Kontra

Der Übernahmekampf zwischen Commerzbank und Unicredit wird mit immer härteren Bandagen geführt. Nun droht die Unicredit indirekt dem Commerzbank-Vorstand um Chefin Orlopp. Die wehrt sich.
dpa |
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Commerzbank-Chefin Bettina Orlopp erklärt, wie sie eine Übernahme durch die Unicredit abwehren will.
Commerzbank-Chefin Bettina Orlopp erklärt, wie sie eine Übernahme durch die Unicredit abwehren will. © Boris Roessler/dpa
Frankfurt/Main

Commerzbank-Chefin Bettina Orlopp gibt der Unicredit nach neuerlichen Attacken Kontra. Die jüngsten Äußerungen der Unicredit seien bemerkenswert, da sie Unruhe in einem laufenden Verfahren stifteten und die Frage aufwürfen, wie verlässlich die Angaben der Italiener seien, sagte die Managerin auf dem "Euro Finance Summit" in Frankfurt. Man sei "irritiert" über die neueste Mitteilung der Unicredit.

Im Übernahmeringen um die Commerzbank hatte die Unicredit zuvor indirekt mit einer Absetzung des Vorstands um Orlopp gedroht. "Sollte Unicredit auf der Hauptversammlung ausreichende Unterstützung durch Aktionäre erlangen, wäre sie in der Lage, sämtliche Anteilseignervertreter im Aufsichtsrat zu wählen, der seinerseits für die Bestellung des Vorstands zuständig wäre," hieß es in einer Mitteilung der Unicredit, die zuletzt steigende Anteile an der Commerzbank gemeldet hatte.

Übernahmeringen immer härter geführt

Die Unicredit hat im Mai eine Offerte für die Commerzbank vorgelegt und bekam nach jüngsten Angaben rund 11 Prozent aller Commerzbank-Aktien angedient. Damit würde der Anteil der Unicredit rechnerisch auf gut 37 Prozent steigen, zudem hat sie sich über Kaufoptionen mehr als drei Prozent der Commerzbank-Aktien gesichert und hält weitere Finanzinstrumente.

Die Commerzbank sieht bei den Angaben jedoch ein falsches Spiel und hat die Finanzaufsicht Bafin eingeschaltet. Sie kritisiert, die angedienten Aktien stammten überwiegend von Banken, mit denen die Unicredit über Finanzinstrumente Geschäfte macht, und nicht von unabhängigen Aktionären.

Dass die Unicredit deutlich vor Ende der Übernahmefrist, die bis 3. Juli verlängert werden kann, so viele Aktien einsammelt, überrascht: Ihre Offerte liegt unter dem Kurs der Commerzbank-Aktie - für Aktionäre wäre sie also ein Verlustgeschäft. Zudem dienen Großinvestoren ihre Papiere meist erst kurz vor Ende der Frist an.

Die Unicredit wies die Kritik erneut zurück. Man habe "in vollem Umfang regelkonform und transparent" gehandelt, schrieb sie. "Behauptungen, die tatsächliche Zahl der eingelieferten Aktien sei niedriger, weil diese Aktien von Unicredit geliehen worden seien, sind falsch und entbehren jeder Grundlage. Eingelieferte Aktien sind eingelieferte Aktien und unwiderruflich gebunden."

Hinweis: Diese Meldung ist Teil eines automatisierten Angebots der nach strengen journalistischen Regeln arbeitenden Deutschen Presse-Agentur (dpa). Sie wird von der AZ-Onlineredaktion nicht bearbeitet oder geprüft. Fragen und Hinweise bitte an feedback@az-muenchen.de

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