Und noch ein Schirm

Für die Misswirtschaft in Detroit können die Opelaner nichts: Andreas Jalsovec, Redakteur der AZ, zu dem Rettungspaket für den Autobauer Opel.
von  Abendzeitung

Für die Misswirtschaft in Detroit können die Opelaner nichts: Andreas Jalsovec, Redakteure der AZ, zu dem Rettungspaket für den Autobauer Opel.

Erst waren die Banken dran. 500 Milliarden Euro stellte ihnen die Regierung zur Verfügung, damit sie die Finanzkrise überleben. Jetzt kommen die Autofirmen. Erst Opel. Dann vielleicht andere.Wer schaut schon gerne zu, wenn der Staat einen Konkurrenten mit Milliarden-Subventionen füttert? Man kann also darauf warten, dass auch andere „Hier!“ rufen, sobald die Bürgschaft für Opel durch ist.

Und dennoch: Den Rüsselsheimern das Geld deswegen kategorisch zu verweigern, wäre falsch. Denn Opel ist ein Sonderfall. Das Unternehmen war zuletzt auf einem gutenWeg.Was ihm zum Verhängnis werden könnte, ist die Katastrophe, auf die die US-Konzernmutter General Motors (GM) zusteuert. Für die Misswirtschaft in Detroit aber können die Rüsselsheimer Opelaner nichts.

Wenn es also gelingen kann, die deutschen Jobs zu retten, ohne dabei die Millionen einer US-Pleitefirma hinterher zu werfen – dann sollte die Regierung das tun. Zumal an Opel zehntausende Arbeitsplätze bei deutschen Zulieferern hängen. Allerdings: Die Regierung muss sich vorher ganz genau anschauen, ob Opel das Geld benötigt.

Und wenn ja, dann heißt das noch lange nicht, dass das auch für andere Autofirmen gilt. Natürlich steckt die Branche in einer tiefen Krise. Doch man sollte nicht vergessen: Noch bis vor kurzem fuhr die Mehrzahl der Firmen dicke Gewinne ein. Viele sind auch heute noch ertragreich. Ein Rettungsschirm für die ganze Industrie ist daher Unsinn. Geld vom Staat kann es nicht auf Blanko-Scheck geben – das gilt für Opel genauso wie für jede andere Autofirma.

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