Umziehen wird immer teurer

Bis zu 36 Prozent mehr als ortsüblich müssen Mieter bei neuen Verträgen bezahlen. Der Mieterbund fordert deshalb eine sofortige Mietpreisbremse.
Mark Bihler / Politik |
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München - Wer in nächster Zeit umziehen möchte, sollte sich das genau überlegen. Denn zumindest in den Städten wird die Schere zwischen der Bestandsmiete und der aktuellen Marktmiete immer größer. Bis zu 36 Prozent mehr als ortsüblich müssen Mieter berappen, wenn sie in eine neue Wohnung einziehen.

Besonders in Uni-Städten kassieren die Vermieter ab. So liegt in Regensburg die Bestandsmiete bei 6,33 Euro pro Quadratmeter. Aktuell ist dort aber bei Neuverträgen kaum etwas unter 8,60 Euro zu haben, eine Differenz von satten 36 Prozent. Damit ist Regensburg ganz oben auf der Negativskala, gefolgt von den beliebten Universitätsstädten Münster und Konstanz. Diese Zahlen liefert jetzt der Deutsche Mieterbund, der von einem Institut die Marktdaten von 25 Millionen Objekten in ganz Deutschland auswerten ließ.

Mit 20 Prozent Differenz zwischen Bestands- und Marktmiete liegt München auf Platz 14 der Liste. Ein schwacher Trost, denn in der Landeshauptstadt ist die durchschnittliche Bestandsmiete mit 10,25 Euro schon extrem hoch. Bei Neuvermietungen sind marktüblich derzeit 12,20 Euro zu berappen - teils sogar noch mehr. Oder anders gesagt: Die Vermieter langen in München schon heute so dick zu, dass bei Neuvermietungen nicht mehr so viel Luft nach oben ist wie in anderen Städten. Auch im Münchner Umland muss man bei einer Neuvermietung mehr bezahlen, als Altmieter es derzeit tun. Hier liegt das Plus bei rund fünf Prozent.

Angesichts der Zahlen fordert der Mieterbund eine Mietpreisbremse. Denn sonst würden die Mieten für Durchschnittsverdiener unbezahlbar. Verbandspräsident Lukas Siebenkotten: „Die Bundesregierung hat eine Regelung angekündigt, nach der künftig Wiedervermietungen höchstens 10 Prozent oberhalb der ortsüblichen Vergleichsmiete vereinbart werden dürfen. Dieses Gesetz muss jetzt schnellstmöglich kommen.“ Sonst würden Umzüge und Zuzüge in viele Städte unbezahlbar.

In insgesamt sechs der untersuchten Städte lag die Differenz zwischen Wiedervermietung und ortsüblicher Miete bei über 30 Prozent. In 15 Städten zahlten die Mieter bei Neuverträgen über 20 Prozent mehr als Altmieter.

 

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