Umsätze asiatischer Shoppingplattformen brechen ein

Der Aufstieg von asiatischen Portalen wie Temu oder Shein scheint vorerst gestoppt, wie neue Zahlen zeigen. Ursache dafür sind nach Branchenangaben seit kurzem geltende EU-Vorgaben.
dpa |
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Asiatische Plattformen verlieren deutlich Marktanteile.
Asiatische Plattformen verlieren deutlich Marktanteile. © Oliver Berg/dpa
Berlin

Die asiatischen Plattformen Shein, Temu und AliExpress haben im dritten Quartal in Deutschland deutlich weniger umgesetzt. Die Erlöse gingen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 35,5 Prozent auf 566 Millionen Euro zurück, wie der Bundesverband E-Commerce und Versandhandel Deutschland (BEVH) mitteilte. Das rasante Wachstum von Temu und Shein sei ins Stocken geraten, sagte Hauptgeschäftsführerin Alien Mulyk. 

Als Grund für die schlechtere Entwicklung nannte sie die Verteuerung von Kleinsendungen aus Drittstaaten. "Den margenschwachen Niedrigpreisprodukten aus Asien setzen die höheren Abgaben deutlich zu", sagte Mulyk. Der Marktanteil der drei größten asiatischen Plattformen im deutschen Onlinehandel ist den Angaben zufolge auf 3,1 Prozent gesunken, nachdem er zuvor stark gestiegen war und einen Rekordwert erreicht hatte. Im zweiten Quartal hatte der Marktanteil noch 5,3 Prozent betragen. 

Onlinehandel verliert an Tempo

Die Zollfreigrenze von 150 Euro für Warensendungen aus Nicht-EU-Staaten ist im Juli weggefallen. Seitdem ist jede Sendung aus Drittstaaten zollpflichtig. Für Kleinsendungen bis 150 Euro ist pro Warengruppe eine Pauschale von drei Euro fällig. Ab November gilt zudem eine Bearbeitungsgebühr von 2 Euro. Mit den Maßnahmen möchte die Politik die Einfuhr großer Mengen billiger Waren aus Drittstaaten in den europäischen Markt eindämmen.

Dem BEVH geht dies dennoch nicht weit genug. "Um für fairen Wettbewerb zu sorgen, muss die EU die Marktüberwachungsbehörden stärken und bestehendes Recht durchsetzen", so Mulyk. 

Der Onlinehandel in Deutschland verlor im dritten Quartal insgesamt an Schwung. Die Umsätze lagen 2,9 Prozent über dem Vorjahresquartal. Die Inflation ist dabei nicht berücksichtigt. Zwischen April und Juni war der Markt noch um gut 5 Prozent gewachsen. Als Ursache nannte der Verband eine schlechtere Konsumstimmung.

Hinweis: Diese Meldung ist Teil eines automatisierten Angebots der nach strengen journalistischen Regeln arbeitenden Deutschen Presse-Agentur (dpa). Sie wird von der AZ-Onlineredaktion nicht bearbeitet oder geprüft. Fragen und Hinweise bitte an feedback@az-muenchen.de

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