Studie: Optikern und Hörakustikern fehlen Fachkräfte

Viele Menschen benötigen Hörgeräte, Brillen oder andere Hilfsmittel. Doch die Versorgung ist vielerorts eingeschränkt - auch weil Stellen nicht besetzt werden können.
dpa |
X
Sie haben den Artikel der Merkliste hinzugefügt.
zur Merkliste
Merken
lädt ... nicht eingeloggt
Teilen  AZ als Quelle bevorzugen
Fast 900 Hörakustiker-Stellen konnten 2025 durchschnittlich nicht besetzt werden.
Fast 900 Hörakustiker-Stellen konnten 2025 durchschnittlich nicht besetzt werden. © Bernd Weißbrod/dpa
Köln

Augenoptiker, Hörakustiker, Orthopädie- und Zahntechniker: In diesen Berufen fehlen bundesweit Fachkräfte, wie eine Studie des Kompetenzzentrums Fachkräftesicherung (Kofa) am arbeitgebernahen Institut der deutschen Wirtschaft zeigt. 2025 konnten im Gesundheitshandwerk demnach im Schnitt 4.389 der 7.267 offenen Stellen nicht besetzt werden. Die meisten entfallen auf Augenoptik und Hörakustik. 

Gesucht werden überwiegend Gesellinnen und Gesellen. Meister sind aber noch schwerer zu finden. 1.344 und damit mehr als acht von zehn offenen Stellen konnten nicht besetzt werden. Laut Kofa handelt es sich damit um eine der größten Fachkräftelücken im Handwerk. 

"Aufgrund des demografischen Wandels und der steigenden Zahl älterer Menschen wächst der Bedarf an Hilfsmitteln kontinuierlich", sagt Studienautorin Lydia Malin. Der Mangel sei für Betroffene unmittelbar spürbar – durch längere Wartezeiten, eingeschränkte Versorgungsmöglichkeiten oder weite Wege, insbesondere in ländlichen Regionen. Erwartet wird, dass sich die Engpässe in den kommenden Jahren verschärfen.

Fachkräfte aus dem Ausland nur eingeschränkt einsetzbar

Im Gesundheitshandwerk gilt eine Meisterpflicht. Das heißt, in der Regel dürfen nur Meister Betriebe eröffnen und führen sowie den Nachwuchs ausbilden. Wenn auch Gesellen fehlten, schrumpfe die Gruppe, aus der potenzielle Meister hervorgehen könnten, so Malin. 

Ein Ausweichen auf ausländische Fachkräfte sei kaum möglich, da das Personal im Kundenkontakt komplexe technische Sachverhalte erklären müsse. Dafür seien gute Sprachkenntnisse nötig. In den meisten der Berufe werden der Expertin zufolge mehr Ausbildungsplätze angeboten als nachgefragt. "Es braucht mehr Sichtbarkeit für die Berufe und ihre gesamtgesellschaftliche Bedeutung analog zu den Klimaberufen", fordert sie.

Hinweis: Diese Meldung ist Teil eines automatisierten Angebots der nach strengen journalistischen Regeln arbeitenden Deutschen Presse-Agentur (dpa). Sie wird von der AZ-Onlineredaktion nicht bearbeitet oder geprüft. Fragen und Hinweise bitte an feedback@az-muenchen.de

  • Themen:
Lädt
Anmelden oder registrieren

Zum Login
Zu meinen Themen hinzufügen

Hinzufügen
Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten
Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen
Um "Meine AZ" nutzen zu können, müssen Sie der Datenspeicherung zustimmen.

Zustimmen
Teilen
lädt ... nicht eingeloggt
 
merken
Nicht mehr merken
X

Sie haben den Inhalt der Merkliste hinzugefügt.