Stimmung im Einzelhandel wird immer schlechter

Sparsame Kunden, steigende Kosten: Der deutsche Einzelhandel steckt in der Krise. Die Stimmung ist laut Handelsverband so schlecht wie im zweiten Lockdown während der Corona-Pandemie.
dpa |
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Vor allem der stationäre Handel tut sich derzeit schwer. Deutlich besser läuft das Online-Geschäft.
Vor allem der stationäre Handel tut sich derzeit schwer. Deutlich besser läuft das Online-Geschäft. © Malin Wunderlich/dpa
Berlin

Vor allem wegen der anhaltenden Kaufzurückhaltung hat sich die Stimmung im deutschen Einzelhandel weiter verschlechtert. Das zeigt eine Umfrage des Handelsverbands Deutschland (HDE) unter 600 Unternehmen der Branche. 63 Prozent geben an, ihre Geschäftslage habe sich im ersten Halbjahr verschlechtert. Vor einem Jahr sagten das 51 Prozent.

42 Prozent der Händler bewerten ihre Geschäftslage aktuell als schlecht, vor einem Jahr waren es 33 Prozent. Zwei Drittel erwarten 2026 deutlich oder leicht niedrigere Umsätze als im Vorjahr, lediglich 18 Prozent höhere.

"Die Situation ist noch dramatischer als sie es im eher bescheidenen Vorjahr bereits war", sagte HDE-Präsident Alexander von Preen. Die Stimmung bei Verbrauchern und Unternehmen liege auf dem gleichen Niveau wie im zweiten Corona-Lockdown. "Das Problem für viele Unternehmen sind die steigenden Kosten für Beschäftigung, Energie und Wareneinkauf - bei gleichzeitig stagnierenden Umsätzen."

Prognose für 2026 bleibt vorsichtig

Als größtes Problem nennen 79 Prozent der Händler die Kaufzurückhaltung. Dahinter folgen Belastungen etwa durch Bürokratie (55 Prozent), Preisentwicklung und Mindestlohn (je 48 Prozent) sowie Energiekosten (45 Prozent). 

Der HDE hält an seiner Prognose für 2026 fest. Der Verband erwartet für den Einzelhandel in Deutschland im laufenden Jahr einen Gesamtumsatz von 697,4 Milliarden Euro. Das entspricht einem nominalen Plus von zwei Prozent im Vergleich mit 2025, real - also bereinigt um Preissteigerungen - nur 0,5 Prozent. 

Im Online-Geschäft rechnet der HDE mit einem deutlichen Wachstum von real 3,5 Prozent, im stationären Handel liegen die Erlöse voraussichtlich nur auf dem Vorjahresniveau.

Hinweis: Diese Meldung ist Teil eines automatisierten Angebots der nach strengen journalistischen Regeln arbeitenden Deutschen Presse-Agentur (dpa). Sie wird von der AZ-Onlineredaktion nicht bearbeitet oder geprüft. Fragen und Hinweise bitte an feedback@az-muenchen.de

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