Sparkassen-Kunden sparen - Zahl der Filialen sinkt

Die Sparkassen-Kunden haben vergangenes Jahr 8,8 Milliarden Euro neu auf die hohe Kante gelegt – die Zahl der Filialen sinkt aber weiter.
| R. Müller, M. Reichenbach
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Das Kreditvolumen der Sparkassen stieg 2018 um 4,1 Prozent auf 135,9 Milliarden Euro. (Symbolbild)
Raphael Knipping/dpa Das Kreditvolumen der Sparkassen stieg 2018 um 4,1 Prozent auf 135,9 Milliarden Euro. (Symbolbild)

München - Seit Jahren sehen sich die 65 bayerischen Sparkassen durch Niedrigzinspolitik, Regulierungsfülle und Digitalisierung unter Druck. Das Betriebsergebnis sinkt seit 2014 kontinuierlich. Abgesehen vom Kummer über die EZB-Geldpolitik laufen die Geschäfte hervorragend. Das teilte der Präsident des Sparkassenverbands Bayern, Ulrich Netzer, am Dienstag mit.

Das Kreditvolumen der Sparkassen stieg 2018 um 4,1 Prozent auf 135,9 Milliarden Euro. Trotz der Misere an der Zinsfront erhöhten sich die Einlagen der Sparkassenkunden um 4,5 Prozent auf 167,2 Milliarden Euro. Eine überraschende Erkenntnis des Sparkassen-Präsidenten: Die Privatkunden legten im vergangenen Jahr 8,8 Milliarden Euro neu auf Konten, Depots, in Bausparverträgen und Lebensversicherungen an. Netzer: "Die Menschen kehren zurück zum Sparen."

Um vor dem Hintergrund der Niedrigzinsen zu bestehen, sind die Sparkassen bestrebt, so viele Aktivitäten wie möglich rationeller und damit digital abzuwickeln. Und das bedeutet in erster Linie: mit dem Smartphone. Nach Kräften fördert man das kontaktlose und mobile Bezahlen (2018: 23 Millionen Transaktionen), bietet dem Kunden die "digitale Geldbörse" in Form einer App und die "Echtzeit-Überweisung" an. Die Sparkassen-App kann jetzt auch "multibankenfähig" sein und Daten von anderen Konten zeigen. Firmenkunden sollen noch heuer die Möglichkeit haben, bei Bedarf innerhalb von zwei Minuten zu einem Unternehmenskredit bis zu 50.000 Euro zu kommen.

Dass mit dem Voranschreiten dieser digitalen Dienste Filialen, Angestellte und Geldautomaten eingespart werden können, liegt auf der Hand.

Die Sparkassen-Chefs sagen zwar, dass die öffentlich-rechtlichen Geldinstitute weiter in der Fläche präsent seien, die Zahl der Geschäftsstellen ging aber auf 2.260 (Vorjahr: 2.349) und das der Geldautomaten auf 3.679 (Vorjahr: 3.713) zurück. Zugenommen hat die Zahl der Selbstbedienungs-Stellen.

Bayerns Sparkassenverband spricht sich zudem für eine Super-Landesbank aus. "Ein Zentralinstitut ist im Ziel richtig", sagte Sparkassen-Präsident Netzer. In den vergangenen 15 Jahren habe es mehrere Krisen der Landesbanken gegeben und "immer bluten die Sparkassen", sagte Netzer.

Anders als Volks- und Raiffeisenbanken haben die Sparkassen bisher keine eigene "Zentralbank", die bundesweit Dienstleistungen für die gesamte Gruppe übernehmen könnte. Diese Funktion haben bisher die verschiedenen Landesbanken.

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