Skepsis dominiert am Aktienmarkt vor Italien-Referendum

Angesichts des anstehenden Italien-Referendums haben sich Anleger am deutschen Aktienmarkt zurückgehalten.
| dpa
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Frankfurt/Main - Anleger haben sich angesichts des anstehenden Italien-Referendums am deutschen Aktienmarkt zurückgehalten. Auch die von der Opec beschlossene Drosselung der Erdölförderung und in der Folge deutlich gestiegene Ölpreise konnten die Investoren nicht zum Einsteigen bewegen. Am Nachmittag stand der Dax 0,82 Prozent im Minus bei 10 553,15 Punkten.

Die Italiener stimmen an diesem Sonntag über eine Verfassungsänderung ab. Bei einem Nein wird erwartet, dass Premierminister Matteo Renzi zurücktritt. Eine Regierungskrise könnte der ohnehin schwer angeschlagenen italienischen Wirtschaft weiter schaden - mit Folgen für den gesamten Euroraum.

Die offensichtliche Vorsicht der Anleger vor dem Referendum in Italien sei angesichts der Überraschungen bei den jüngsten Wahlen und Abstimmungen aber "durchaus nachvollziehbar", schrieb Analyst Christian Schmidt von der Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba).

Überblick über die möglichen Folgen: Referendum in Italien - Europa am Scheideweg

Der MDax der mittelgroßen deutschen Unternehmen verlor am Donnerstag 0,61 Prozent auf 20 748,86 Punkte und der Technologiewerte-Index TecDax fiel um 0,77 Prozent auf 1703,93 Zähler. Für den Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 ging es um 0,66 Prozent auf 3031,35 Punkte bergab.

Ralph Solveen von der Commerzbank verwies auch auf die "vergessene Wahl" in Österreich, die ebenfalls am Sonntag stattfindet. Sollte der rechtspopulistische FPÖ-Kandidat Norbert Hofer neuer Bundespräsident werden, wäre das "ein weiterer Beleg für den Vormarsch der EU-Gegner".

Andauernde Fusionshoffnungen helfen dem Linde-Kurs

Linde-Aktien stemmten sich gegen den Trend und profitierten zuletzt mit einem moderaten Plus von den andauernden Fusionshoffnungen. Börsianer verwiesen auf einen Bericht im "Handelsblatt", dem zufolge Aufsichtsratschef Wolfgang Reitzle den neuen Anlauf des US-Industriegase-Konzerns Praxair für ein Zusammengehen begrüßt.

An der MDax-Spitze stachen die Aktien von K+S heraus, die um fast 5 Prozent zulegten. Sie folgten damit der starken Kursentwicklung von US-Düngemittelherstellern wie Potash und Mosaic. Mosaic hatte tags zuvor optimistische Signale fürs Geschäft gesendet.

Dagegen verloren Kion-Papiere am Indexende 5 Prozent. Experten zogen ein durchwachsenes Fazit aus der jüngsten Kapitalmarktveranstaltung des Gabelstapler-Produzenten.

Am Rentenmarkt stieg die Umlaufrendite von 0,01 Prozent am Vortag auf 0,09 Prozent. Der Rentenindex Rex fiel um 0,35 Prozent auf 141,87 Punkte. Der richtungweisende Euro-Bund-Future verlor 0,14 Prozent auf 160,63 Punkte. Der Euro notierte zuletzt bei 1,0628 US-Dollar. Am Mittwoch hatte die Europäische Zentralbank den Referenzkurs auf 1,0635 Dollar festgesetzt.

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