Siemens muss Areva 648 Millionen Euro zahlen

Vertragsbruch mit dem ehemaligen Atompartner: Siemens muss Areva 648 Millionen Euro Entschädigung zahlen. Die Partnerschaft mit russischem Akw-Bauer ist bis 2013 verboten.  
| dapd
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Vertragsbruch mit dem ehemaligen Atompartner: Siemens muss Areva 648 Millionen Euro Entschädigung zahlen. Die Partnerschaft mit russischem Akw-Bauer ist bis 2013 verboten.

München - Siemens kommt die angestrebte Partnerschaft mit dem russischen Atomkraftwerksbauer Rosatom teuer zu stehen: Der Münchner Elektrokonzern muss seinem bisherigen französischen Atompartner Areva wegen Vertragsbruchs 648 Millionen Euro Entschädigung zahlen.

Ein Schiedsgericht der Internationalen Handelskammer verbot Siemens zugleich bis September 2013 jede Zusammenarbeit mit einem Areva-Konkurrenten. Das am Donnerstagabend veröffentlichte Urteil ist ein Rückschlag für Siemens-Chef Peter Löscher, der den Wechsel von Areva zu Rosatom 2009 beschlossen hatte. Ob Siemens nach Fukushima an den Plänen überhaupt noch festhält und ob Rosatom weitere zwei Jahre auf den neuen Partner warten will, ist aber offen.

Ein Siemens-Sprecher sagte am Freitag, Siemens werde das Urteil prüfen und die Konsequenzen mit den Russen erörtern. Das geschehe „unter Berücksichtigung der Ereignisse in Japan, des weltweiten Marktumfelds und der gesellschaftlichen und politischen Aspekte“.

Siemens hatte sein Atomgeschäft nach dem rot-grünen Atomausstieg in Deutschland 2002 in ein Gemeinschaftsunternehmen mit dem französischen Areva-Konzern eingebracht. Weil Siemens mit 34 Prozent der Anteile aber wenig unternehmerische Einflussmöglichkeiten hatte, kündigte Löscher im Januar 2009 den Ausstieg bei Areva an und stellte Rosatom als neuen Partner vor. Damit verstieß er jedoch gegen das vertraglich vereinbarte Wettbewerbsverbot mit Areva, wie das Schiedsgericht jetzt feststellte.

Für den Anteil am Gemeinschaftsunternehmen hatte Areva Siemens im März 1,6 Milliarden Euro überwiesen. Die Vertragsstrafe von 0,6 Milliarden wird im laufenden Quartal das Ergebnis schmälern.

Letzter Strohhalm für Siemens: Die EU-Kommission prüft noch, ob das Wettbewerbsverbot mit Europarecht vereinbar ist.

 

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