Schweizer stellen Kopfhörer-Marke Sennheiser zum Verkauf
Vier Jahre nach der Übernahme durch die Schweizer Sonova-Gruppe steht die Kopfhörer-Sparte von Sennheiser erneut zum Verkauf. Um sich strategisch klarer auszurichten, plane Sonova den Verkauf des Kopfhörer-Geschäfts der Marke Sennheiser, teilte das Unternehmen im schweizerischen Stäfa mit. Zuvor hatten die "Hannoversche Allgemeine Zeitung" und "Bild" darüber berichtet.
"Ziel ist es, den bestmöglichen Eigentümer für dieses Geschäft zu finden", teilte Sonova mit Blick auf die zum Verkauf stehende Sparte mit. Die Schweizer wollen sich dann wieder auf ihr Kerngeschäft mit Hörgeräten konzentrieren. Nähere Angaben zum Zeitplan und zu möglichen Interessenten für das Kopfhörer-Geschäft machte das Unternehmen nicht.
"Wir äußern uns grundsätzlich nicht zu potenziellen Käufern oder laufenden Gesprächen", teilte eine Sprecherin auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur mit. "Unser Fokus liegt darauf, in den kommenden Monaten einen strukturierten Veräußerungsprozess durchzuführen."
190 Mitarbeiter in der Wedemark sollen mit wechseln
Die nun zum Verkauf stehende Sparte hat Sonova zufolge rund 600 Mitarbeitende, davon 190 am Sitz in der Wedemark bei Hannover. Ändern solle sich für sie nichts, sagte die Sprecherin. "Idealerweise gelingt es, einen Partner zu finden, der das Potenzial der traditionsreichen Marke voll ausschöpfen kann." Das Tagesgeschäft bleibe unverändert. "Produktlinien, Servicelevels, Lieferzusagen und Ansprechpartner bestehen fort."
Die Sennheiser-Gruppe selbst, die die Sparte einst an Sonova verkauft hatte, ist von den Plänen der Schweizer nicht betroffen, wurde aber im Vorfeld unterrichtet. "Sonova hat uns über die strategische Entscheidung informiert", sagte eine Sprecherin der Deutschen Presse-Agentur. Genau wie Sonova sehe man weiter großes Potenzial für das Geschäftsfeld. "Wir verfolgen daher die nächsten Schritte und bleiben im engen Austausch mit Sonova."
Sparte für 200 Millionen Euro gekauft
Sonova hatte dem Familienunternehmen aus der Wedemark bei Hannover 2022 die Kopfhörer-Sparte für 200 Millionen Euro abgekauft, samt Lizenz zur Nutzung des Markennamens. Die übrigen Geschäftsfelder mit professionellen Audiolösungen wie Mikrofone und Konferenztechnik verblieben bei der Sennheiser-Gruppe.
Einen Rückkauf des Kopfhörer-Geschäfts schloss die einstige Muttergesellschaft aus. "Wir haben 2021 die strategische Entscheidung getroffen, uns auf das professionelle Audiogeschäft zu fokussieren und in die Geschäftsbereiche zu investieren, in denen wir aus eigener Kraft heraus wachsen können", sagte die Sennheiser-Sprecherin. "Diese Entscheidung ist aus unserer Sicht auch heute noch richtig."
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