Schufa setzt auf Geldwäsche-Bekämpfung mit neuer Übernahme

Die Schufa, bekannt für Kreditprüfungen von Verbrauchern, will sich ein zweites Standbein schaffen. Mit einem Zukauf möchte sie künftig bei der Bekämpfung von Geldwäsche mitmischen.
dpa |
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Die Auskunftei expandiert in ein neues Geschäftsfeld. (Archivbild)
Die Auskunftei expandiert in ein neues Geschäftsfeld. (Archivbild) © Andreas Arnold/dpa
Wiesbaden

Die Wirtschaftsauskunftei Schufa macht mit einer Übernahme die Bekämpfung von Geldwäsche zu ihrem zweiten Standbein. Die Schufa kauft die Beratungsgesellschaft Strateco aus Bad Homburg, die große Banken bei Regulatorik-Fragen unterstützt und seit Jahren mit der Schufa zusammenarbeitet. 

Die Übernahme sei eine Antwort auf steigende europäische Anforderungen bei der Geldwäschebekämpfung und neue Strukturen mit der Anti-Geldwäschebehörde AMLA der EU, die vor rund einem Jahr ihre Arbeit in Frankfurt aufnahm. "Diese führen zu mehr Komplexität bei Daten und Prozessen sowie höherer Prüffrequenz", teilte die Schufa mit. 

Jährlich mehr als 100 Milliarden Euro illegal eingeschleust

Mit dem Zukauf baut ihr Schufa das Geschäft mit Compliance-Lösungen aus als zweite Säule neben der Bonitätsprüfung von Verbrauchern, etwa bei Miet- und Handyverträgen. Die Auskunftei will nun ihre Tochtergesellschaft ClariLab, die auf Identitätsprüfungen spezialisiert ist und rund 400 Banken als Kunden hat, mit Strateco unter dem Dach der neuen "Schufa Compliance Suite" bündeln. Über den Kaufpreis für Strateco mit rund 160 Beschäftigten wurde Stillschweigen vereinbart. 

Geldwäsche ist ein großes Problem gerade in Deutschland - auch, weil hierzulande traditionell viel mit Bargeld gezahlt wird. "Laut Schätzungen werden in Deutschland jedes Jahr mehr als 100 Milliarden Euro illegal in den Geldkreislauf geschleust", sagte Schufa-Vorstandschefin Tanja Birkholz. Banken sind gesetzlich verpflichtet, Verdachtsfälle von Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung unverzüglich zu melden.

Die Schufa wolle sich mit der Übernahme als nationaler Anbieter positionieren und etwa deutsche Niederlassungen internationaler Banken in europäische Märkte begleiten. Laurence Dickler von Strateco sagte, die Expertise beider Firmen ergänzten sich. "Wenn wir nun unsere Aktivitäten bündeln, haben wir das Potenzial zur Marktführerschaft."

Hinweis: Diese Meldung ist Teil eines automatisierten Angebots der nach strengen journalistischen Regeln arbeitenden Deutschen Presse-Agentur (dpa). Sie wird von der AZ-Onlineredaktion nicht bearbeitet oder geprüft. Fragen und Hinweise bitte an feedback@az-muenchen.de

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