Rechtsaußen-Gekeife

AZ-Redakteurin Annette Zoch über die Integrations-Debatte
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Annette Zoch
Martha Schlüter Annette Zoch

AZ-Redakteurin Annette Zoch über die Integrations-Debatte

Da hat Bildungsministerin Annette Schavan recht: „Nicht Einwanderung muss uns aufregen, sondern Auswanderung aus Deutschland.“ Tatsächlich kehren bereits seit zwei Jahren mehr Menschen Deutschland den Rücken, als einwandern.

Woran liegt das? Weil Hochschulen und Forschungseinrichtungen woanders besser ausgestattet sind? Weil Deutschland bei Verdienstmöglichkeiten für Hochqualifizierte nicht mit anderen Ländern konkurrieren kann? All das spielt eine Rolle. Es liegt womöglich auch daran, dass medial hochgeputschte Debatten über die bösen Zuwanderer für Menschen von außen nicht gerade ein freundliches Klima schaffen.

Politiker, die „Multi-Kulti“ für tot erklären und begeistert auf der Populismuswelle mitsurfen, verhalten sich verantwortungslos. Denn sie verhindern eine wirkliche Diskussion über die Probleme, die es ja unbestreitbar gibt. Zum Beispiel die Tatsache, dass viel mehr junge Migranten als Nicht-Migranten die Schule ohne Abschluss verlassen. Warum stellt man nicht mehr Lehrer mit Migrationshintergrund ein? Die als Vorbild dienen können? Aber solche Themen gehen unter im allgemeinen Stammtisch-Gepolter.

Multi-Kulti ist also tot? Wenn wir so weitermachen mit hysterischem Rechtsaußen-Gekeife, dann ist bald nicht nur Multi-Kulti tot. Sondern auch Wachstum, Wirtschaftsboom, Zukunftsfähigkeit. Und vielleicht auch die CSU als ernstzunehmende Volkspartei.

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