Opel auf der langen Bank

Das Treffen der Auto-Manager mit der Regierung endet ergebnislos. Bis zur Entscheidung kann es Wochen dauern. Selbst eine Insolvenz des Autobauers ist möglich
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Sieht dieser Opel Ampera etwa nach Insolvenz aus? Auf dem Genfer Autosalon spürt man wenig von den Problemen Opels – doch eine Rettung ist noch immer fraglich.
dpa Sieht dieser Opel Ampera etwa nach Insolvenz aus? Auf dem Genfer Autosalon spürt man wenig von den Problemen Opels – doch eine Rettung ist noch immer fraglich.

BERLIN - Das Treffen der Auto-Manager mit der Regierung endet ergebnislos. Bis zur Entscheidung kann es Wochen dauern. Selbst eine Insolvenz des Autobauers ist möglich

Es war ein kurzes Gespräch. Ob es schmerzlos war, konnte hinterher keiner so genau beurteilen: „Konstruktiv“ jedenfalls sei der Opel-Gipfel im Kanzleramt gewesen. Aber das war noch das Beste, was Wirtschaftsminister Karl Theodor zu Guttenberg zum Treffen mit den Chefs von Opel und der Konzernmutter General Motors (GM) sagen konnte.

Die Ergebnisse des Treffens. Gemessen an den Erwartungen sind sie bescheiden. Der Fall Opel ist offenbar zu kompliziert, um ihn im Hauruck-Verfahren zu lösen. Die Regierungsvertreter machten GM-Vizechef Fritz Henderson klar: Man wolle etliche Dinge geklärt haben, bevor Opel Staatsgeld bekomme. Dabei gehe es um „hochkomplexe“ Fragen, so GM-Europachef Carl-Peter Forster. Welche genau, blieb offen. Bis zu einer Entscheidung über Hilfen könne es Wochen dauern, so Wirtschaftsminister Guttenberg: „Es ist eine Maßnahme der Vernunft, dass man keine vorschnellen Entscheidungen trifft.“

Die Rettungsmodelle für Opel. Wie die Regierung Opel helfen will, ist völlig offen – ob mit Bürgschaften, Krediten oder einer direkten Beteiligung. Es gibt aber immer mehr Vorschläge, wie man Opel retten könnte. Der radikalste kommt von Wolfgang Schäuble: Er plädiert für eine Insolvenz Opels. Das sei schließlich nicht das Ende einer Firma – und vielleicht die bessere Lösung als eine Staatsbeteiligung.

Hessens Ministerpräsdent Roland Koch will dagegen eine neue Opel-Vauxhall AG mit drei bis fünf Milliarden Euro ausstatten. Dabei soll ein privater Investor gefunden werden – und der Staat für dessen Einlagen bürgen.

Opel-Betriebsratschef Klaus Franz denkt an eine Beteiligung der Belegschaft an Opel – zusammen mit den Händlern. Opel müsse aber von GM losgelöst werden. Die Mutter dürfe nur noch eine Minderheit an Opel halten.

Das Problem mit den Patenten. Opel kann aber nur eigenständig werden, wenn die Firma auch Zugriff auf die Technologie der Konzernmutter hat. Gestern hieß es: GM habe die Patente an das US-Finanzministerium abgegeben, um Staatshilfen bekommen zu können. Ein Opel-Sprecher sagte dazu allerdings: Man habe jederzeit Zugriff auf die Technologierechte. Das habe GM zugesichert. Zu einer Verpfändung der Patente an die US-Regierung wollte er sich nicht äußern. Was dabei aber klar wurde: Die Patentfrage ist offenbar eines jener Probleme, auf deren Lösung die Bundesregierung pocht.

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