Ölpreisverfall bringt auch Shell und Statoil massiv unter Druck

Nach BP haben nun auch die englischen und norwegischen Öl-Riesen, Shell und Statoil, ihr Bilanzen für 2015 vorgelegt. Und wie alle internationalen Ölfirmen, leiden auch sie unter den immer weiter fallenden Preisen.
| dpa
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Auch Shell leidet, wie alle großen Ölmultis, unter den fallenden Ölpreisen.
dpa Auch Shell leidet, wie alle großen Ölmultis, unter den fallenden Ölpreisen.

London/Oslo - Die abgestürzten Ölpreise dezimieren die Gewinne der Rohstoffkonzerne und zwingen die Unternehmen zu einem radikalen Sparkurs.

Alle internationalen Ölmultis, die bislang ihre Bilanzen für 2015 vorgelegt haben, kündigten dabei weitere Einschnitte an.

Der britisch-niederländische Branchenriese Shell und die norwegische Statoil, die am Donnerstag ihre Zahlen zum vergangenen Jahr veröffentlichten, bilden keine Ausnahme. "Substanzielle Veränderungen" seien angesichts der niedrigen Ölpreise unumgänglich, stellte Shell-Chef Ben van Beurden klar.

Der Konzern ist gerade dabei, den Konkurrenten BG Group für Dutzende Milliarden zu schlucken. Durch den Zusammenschluss sollen bis Ende 2016 rund 10 000 Jobs wegfallen. Den Abbau hatte Shell schon Ende Januar zusammen mit weiteren Details zur Übernahme des Gasförderers angekündigt.

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Inzwischen ist Shell mit seinem Vorhaben fast am Ziel. Nach der Zustimmung der Aktionäre auf beiden Seiten ist der Vollzug laut van Beurden nur noch eine Frage von Wochen. BG soll Shell dabei helfen, die Dividendenzahlungen zu sichern und die Produktion zu erhöhen.

Angesichts des anhaltenden Ölpreis-Tiefs müssen sich die Konzerne etwas einfallen lassen. Derzeit pendeln die Preise um die Marke von 30 Dollar je Fass (159 Liter). Mitte 2014 wurden für ein Barrel der Nordsee-Sorte Brent noch mehr als 100 Dollar gezahlt. Entsprechend drastisch brach bei Shell im vergangenen Jahr auch der Gewinn ein.

 

Shell und Statoil versprechen stabile Dividenden - verdienen aber weniger Geld

 

Unter dem Strich verdiente der Konzern 2015 nur noch 1,9 Milliarden US-Dollar (1,73 Mrd Euro) - fast 90 Prozent weniger als im Vorjahr. Auch beim norwegischen Förder-Riesen Statoil sieht es trübe aus.

Er verdiente vor Sonderposten mit 19,5 Milliarden Kronen (2,05 Mrd Euro) ebenfalls nur noch halb so viel wie im Vorjahr. Inklusive der Sonderbelastungen verbuchte Statoil sogar einen dicken Verlust von 37,3 Milliarden Kronen. Im Vorjahr hatte an der gleichen Stelle noch ein Gewinn von 22 Milliarden Kronen in den Büchern gestanden.

Die Norweger wollen zudem künftig auf eine kassenschonende Form der Aktionärsvergütung zurückgreifen. Anteilseigner haben in den kommenden zwei Jahren die Wahl, ob sie ihre Dividende lieber in bar ausgezahlt haben wollen oder stattdessen Aktien zu einem günstigeren Preis erwerben. Der norwegische Staat, der mit 67 Prozent zugleich größter Aktionär von Statoil ist, will von der Aktienvariante Gebrauch machen - schon allein, um seinen Anteil nicht zu verwässern.

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Shell bietet seinen Aktionären diese Form der Dividendenzahlung bereits an. Für 2016 stellt der Konzern eine mindestens stabile Gewinnausschüttung in Aussicht und nimmt dafür auch eine höhere Verschuldung in Kauf. Von der Ratingagentur Standard & Poor's wurden sowohl Shell als auch andere Konzerne jedoch bereits abgestuft.

Auch BP hatte am Dienstag trotz eines Rekordverlusts die Dividende unangetastet gelassen. "Wir wissen, wie wichtig diese für unsere Aktionäre ist", sagte Vorstandschef Bob Dudley. Er würde für den britischen Konzern dafür zur Not auch weitere Schulden in Milliardenhöhe aufnehmen.

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