Nockherberg-Zugabe

"Die Brauerei darf mitreden – aber kleinlich sollte sie nicht sein": Arno Makowsky, AZ-Chefredakteur, über den Rückzug der Nockherberg-Autoren.
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Die Schauspieler Eva-Maria Höfling (r-l), Tobias Pfülb und Steffi Brehme, alle als Claudia Roth, bei einer Probe zum traditionellen "Politiker-Derblecken".
dpa Die Schauspieler Eva-Maria Höfling (r-l), Tobias Pfülb und Steffi Brehme, alle als Claudia Roth, bei einer Probe zum traditionellen "Politiker-Derblecken".

"Die Brauerei darf mitreden – aber kleinlich sollte sie nicht sein": Arno Makowsky, AZ-Chefredakteur, über den Rückzug der Nockherberg-Autoren.

Ein Gespür für Tempo und Timing haben sie – das beweisen die Autoren des Nockherberg-Singspiels seit zwölf Jahren. Ihre Zugabe inszenieren sie deshalb nicht weniger publikumswirksam als die eigentliche Vorstellung. Sie heißt: „Rücktritt am Nockherberg“. In den Hauptrollen: Drei unerschrockene Helden des Geistes im Kampf gegen dumpfe Brauerei- Zensur.

Ist es wirklich so dramatisch? Zunächst: Natürlich hat die Paulaner-Brauerei das Recht, bei den groben Linien des Nockherberg-Singspiels mitzureden. Sie ist schließlich der Veranstalter des Spektakels. Auch der Intendant der Münchner Kammerspiele diskutiert mit seinen Regisseuren darüber, welche Vorstellungen sie von diesem oder jenem Stück haben. Mit Zensur hat das nichts zu tun, eher mit Richtlinienkompetenz und künstlerischer Verantwortung.

Unakzeptabel wird es dann, wenn die Einflussnahme kleinlich und politisch einseitig ausfällt. Ein einzelnes Lied, auch wenn es nicht so toll gelungen ist, einfach wegzustreichen, geht über die Intendanten- Funktion (auf die sich die Brauerei jetzt beruft) eindeutig hinaus. Entweder man vertraut einer Künstler-Mannschaft, oder man vertraut ihr nicht – dann muss man die Zusammenarbeit beenden.

Vieles spricht dafür, dass zu dem Zerwürfnis zwischen Paulaner und den drei Machern beide Seiten beigetragen haben. Seit Jahren schwelte der Konflikt, die TV-Quote stimmte nicht mehr – irgendwann hat es halt gekracht. Man sollte das Ganze als das betrachten, was es ist: als derbe Nockherberg-Posse.

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