Neuausrichtung! VW-Konzernspitze steht Rede und Antwort

Am Donnerstag hat die Voilkswagen-Spitze den Zwischenstand der Ermittlungen zum Skandal um die Abgas-Manipulationen bekannt gegeben. Offenbar war nur ein kleiner Kreis an Mitarbeitern eingeweiht.
| az/dpa
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Der VW-Vorstandsvorsitzende Matthias Müller (r) und Aufsichtsratschef Hans Dieter Pötsch am Donnerstag in Wolfsburg.
dpa Der VW-Vorstandsvorsitzende Matthias Müller (r) und Aufsichtsratschef Hans Dieter Pötsch am Donnerstag in Wolfsburg.

Am Donnerstag hat die Voilkswagen-Spitze den Zwischenstand der Ermittlungen zum Skandal um die Abgas-Manipulationen bekannt gegeben. Offenbar war nur ein kleiner Kreis an Mitarbeitern eingeweiht.

Wolfsburg – Es ist die bisher größte Bewährungsprobe für Europas größten Autobauer. VW-Aufsichtsratschef Hans Dieter Pötsch und Vorstandschef Matthias Müller haben sich am Donnerstag in Wolfsburg zum Ermittlungsstand im Abgas-Skandal geäußert.

Lesen Sie hier: VW-Skandal weitet sich aus: Staatsanwälte ermitteln wegen Steuerhinterziehung

"Die Krisenfolgen werden vermutlich beträchtlich sein", sagt Pötsch. "Die vergangenen zwei Monate waren für uns beispiellos - niemand hier hat sich vorstellen können, dass unser Unternehmen in eine Situation geraten könnte, wie wir sie seit Ende September erleben." Für die Bewältigung der finanziellen Konsequenzen der Affäre hat der Konzern bisher Rücklagen von 6,7 Milliarden Euro gebildet. Einen Absatzeinbruch nach dem Skandal gebe es bisher nicht.

 

Kleiner Kreis an Mitarbeitern im Visier der Ermittler

 

Nach Angaben der Bosse versuchen derzeit etwa 450 Experten aufzuklären, wie es dazu kommen konnte, dass in Millionen Dieselmotoren eine Software zum Einsatz kam, die die Daten zum Ausstoß der gesundheitsschädlichen Stickoxid-Abgase manipuliert.

Aussagen zu den betroffenen Personen, die für die Manipulationen an Millionen Dieselmotoren verantwortlich sind, könne man aber noch nicht machen. Dies sei erst möglich, "wenn die Erkenntnisse absolut wasserdicht sind". Ziel sei es, bis zur Hauptversammlung am 21. April 2016 einen vollständigen Überblick über die Ergebnisse zu liefern, sagte Pötsch.

Lesen Sie hier: Auch Audi gibt Manipulation zu

Dennoch handelt es sich bei der Suche nach den Verantwortlichen derzeit offenbar um einen relativ kleinen Kreis an Verdächtigen. "Wir halten es für wahrscheinlich, dass nur eine überschaubare Zahl an Mitarbeitern aktiv zu den Manipulationen beigetragen hat", sagte Pötsch. Inzwischen habe man über 1500 elektronische Datenträger von Beschäftigten eingesammelt, um Spuren und Hinweise auf den Ursprung der Affäre zu finden. Es seien zudem 87 ausführliche Interviews im Rahmen der Ermittlungen geführt worden. "Viele weitere werden noch folgen."

 

VW will radikale Neuausrichtung

 

Als Reaktion auf den Skandal werde VW unter anderem in der Entwicklungsarbeit strenger auf die Einhaltung von Regeln zu achten. So werde etwa bei der Software-Entwicklung für Motorsteuergeräte konsequent auf das Vier-Augen-Prinzip gesetzt, um Manipulationen zu erschweren.

In der Führungseben will der Konzern durch eine grundlegende Neuausrichtung künftig Skandale wie die Abgas-Affäre verhindern. "Wir werden es nicht zulassen, dass uns diese Krise lähmt", sagte Vorstandschef Matthias Müller. "Wir nutzen sie als Katalysator für den Wandel, den Volkswagen braucht. (...) So ernst die aktuelle Situation auch ist: Dieses Unternehmen wird nicht daran zerbrechen."

Strukturen und Denkweise sollten verändert werden. Das Top-Management werde VW künftiger weniger zentralistisch führen.

 

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