Müller-Gründer will im 95. Lebensjahr immer noch arbeiten

Vom Friseursalon zum Drogeriekonzern: Erwin Müller prägt sein Unternehmen seit Jahrzehnten. Nun wird die Führung erweitert, an Ruhestand denkt der 94-jährige Gründer aber nicht.
dpa |
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Seit Jahrzehnten leitet Erwin Müller als Inhaber und Geschäftsführer die Geschicke der Drogeriemarktkette Müller. (Archivbild)
Seit Jahrzehnten leitet Erwin Müller als Inhaber und Geschäftsführer die Geschicke der Drogeriemarktkette Müller. (Archivbild) © Henning Kaiser/dpa
Ulm

In seinem 95. Lebensjahr möchte Erwin Müller weiter die Geschicke seiner Drogeriemarktkette mitbestimmen. Der Gründer gibt dafür allerdings einen Teil seiner Führungsverantwortung ab: Sascha Zahner wird neben ihm Geschäftsführer der Müller Handelsgruppe, wie das Unternehmen aus Ulm mitteilte. Mit Zahner hole sich der Gründer ein langjähriges und bewährtes Mitglied der Geschäftsleitung an seine Seite. Müller sei bisher alleiniger Geschäftsführer gewesen. Im September ist er 94 Jahre alt geworden. 

Der gebürtige Münchner beabsichtige, sich "in seinem 95. Lebensjahr auf die wesentlichen unternehmerischen Entscheidungen zu fokussieren", hieß es in der Mitteilung. Mit Zahner an der Spitze werde die Führung breiter aufgestellt. Müller zählt zu den wenigen Unternehmern in Deutschland, die in diesem Alter noch Verantwortung für ein Unternehmen dieser Größe tragen. 

Die siebenköpfige Geschäftsleitung unter Sprecherin Elke Menold bleibe bestehen. Sie vertrete das Unternehmen als Vertraute der Familie nach innen und außen. "Wir sind und bleiben ein Familienunternehmen", teilte Menold mit. Das Gremium berichtet an Müller, der laut einer Mitteilung vom März "weiterhin die zentrale Instanz" bleibe. 

Der Handelskonzern vertreibt wie andere Unternehmen längst nicht mehr nur klassische Drogeriewaren, sondern auch Spielzeug, Schreibwaren, Haushaltsartikel oder Dinge aus dem Bereich Multimedia. Es arbeiten rund 35.500 Personen bei Müller. Das Unternehmen mit mehr als 950 Filialen gehört mit Rossmann, dm und - vor allem im Norden Deutschlands - Budni zu den vier Großen der Branche, nachdem Schlecker 2012 pleitegegangen war.

Vom Salon zur Kette

Der gelernte Friseur richtete 1953 nach Firmenangaben in der elterlichen Wohnung im bayerischen Unterfahlheim bei Ulm seinen ersten Salon ein, den er später nach Neu-Ulm verlegte. 1966 kam er demnach auf die Idee, im Salon auch Kosmetik und Drogerieartikel anzubieten. 1969 brachte Müller den Angaben zufolge von einer Rundreise durch Kanada und die USA die Idee von Drugstores mit Waren des täglichen Bedarfs und von großen SB-Warenhäusern mit. 1973 eröffnete er demnach in Ulm schließlich seinen ersten reinen Drogeriemarkt.

Hinweis: Diese Meldung ist Teil eines automatisierten Angebots der nach strengen journalistischen Regeln arbeitenden Deutschen Presse-Agentur (dpa). Sie wird von der AZ-Onlineredaktion nicht bearbeitet oder geprüft. Fragen und Hinweise bitte an feedback@az-muenchen.de

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