Millionen-Steuerbetrug mit Luxusautos in EU: 13 Festnahmen

Luxusautos importieren, weiterverkaufen – und die Umsatzsteuer behalten: So sollen Kriminelle Millionen erschlichen haben. Welche Rolle sollen Unternehmen in Berlin gespielt haben?
dpa |
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Die Europäische Staatsanwaltschaft schätzt, dass ein Schaden von etwa 100 Millionen Euro entstanden ist. (Archivbild)
Die Europäische Staatsanwaltschaft schätzt, dass ein Schaden von etwa 100 Millionen Euro entstanden ist. (Archivbild) © Horst Galuschka/dpa
Luxemburg

Wegen mutmaßlichen Steuerbetrugs mit Luxusautos in Millionenhöhe hat es Festnahmen, Durchsuchungen und Beschlagnahmungen in Deutschland und vier weiteren EU-Ländern gegeben. 13 Menschen seien in Deutschland und Österreich festgenommen worden, teilte die Europäische Staatsanwaltschaft (EUStA) in Luxemburg mit. Es werde gegen mehr als 50 Verdächtige ermittelt. Die Behörde geht davon aus, dass durch die Betrugsmasche ein Schaden in Höhe von schätzungsweise 100 Millionen Euro verursacht wurde.

Bei den Durchsuchungen am Mittwoch in Österreich, Kroatien, Tschechien, Deutschland und Polen seien mehr als 900 Einsatzkräfte beteiligt gewesen, hieß es. Behörden aus Frankfurt, Baden-Württemberg und Berlin wirkten demnach an den Aktionen mit. Bankkonten seien gesperrt sowie Dutzende Fahrzeuge, Bargeld, Kryptowerte, eine Schusswaffe und Luxusuhren sichergestellt worden. In Berlin wurden laut Mitteilung zwei Immobilien beschlagnahmt, darunter ein Objekt, in dem sich ein Hostel befindet.

Umsatzsteuer nicht abgeführt

In dem Fall sollen sieben Menschen - darunter zwei Steuerberater - seit mindestens zehn Jahren über ein ausgeklügeltes System, sogenannten Karussellbetrug, EU-Vorschriften ausgenutzt haben, wonach grenzüberschreitender Handel zwischen EU-Mitgliedstaaten von der Mehrwertsteuer befreit ist.

Konkret sollen Unternehmen in Berlin Luxusautos importiert und hierfür den Nettopreis ohne Umsatzsteuer gezahlt haben. Über ein Geflecht aus Unternehmen und teils grenzüberschreitenden Verkäufen soll das kriminelle Netzwerk an einer Stelle die Zahlung von Steuern vermieden und sie sich an anderer Stelle erstatten lassen haben.

Die Europäische Staatsanwaltschaft (auf Englisch: Eppo) ist die unabhängige Staatsanwaltschaft der Europäischen Union. Sie ist verantwortlich für die Verfolgung von Straftaten gegen die finanziellen Interessen der EU und befasst sich unter anderem mit Fällen von Steuerbetrug, Geldwäsche, Zollbetrug oder Veruntreuung von EU-Mitteln.

Hinweis: Diese Meldung ist Teil eines automatisierten Angebots der nach strengen journalistischen Regeln arbeitenden Deutschen Presse-Agentur (dpa). Sie wird von der AZ-Onlineredaktion nicht bearbeitet oder geprüft. Fragen und Hinweise bitte an feedback@az-muenchen.de

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