Mehr Flugrechte für Emirates: Viel Kritik aus der Branche

Am BER gibt es nur wenige internationale Langstreckenflüge. Das könnte sich mit der Entscheidung der Bundesregierung für Emirates ändern. Doch die Kritik daran ist laut.
dpa |
X
Sie haben den Artikel der Merkliste hinzugefügt.
zur Merkliste
Merken
lädt ... nicht eingeloggt
Teilen  AZ als Quelle bevorzugen
Die Fluggesellschaft Emirates präsentierte in den vergangenen Jahren bei der ILA am Flughafen Berlin-Brandenburg eine ihrer Maschinen - künftig darf die Airline den Flughafen auch tatsächlich ansteuern. (Archivbild)
Die Fluggesellschaft Emirates präsentierte in den vergangenen Jahren bei der ILA am Flughafen Berlin-Brandenburg eine ihrer Maschinen - künftig darf die Airline den Flughafen auch tatsächlich ansteuern. (Archivbild) © Sebastian Gollnow/dpa
Berlin

Die Ausweitung der Flugrechte für die Airline Emirates in Deutschland hat für laute Kritik aus der Wirtschaft gesorgt, während Vertreter in Berlin und Brandenburg die Entscheidung begrüßen. "Wir sind entsetzt darüber, wie wenig die Interessen der deutschen Fluggesellschaften und der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer unserer Unternehmen bei dieser Entscheidung berücksichtigt wurden", sagte Michael Engel, Geschäftsführer des Bundesverbands der Deutschen Fluggesellschaften (BDF), laut einer Mitteilung. "Das ist der Ausverkauf deutscher Arbeitsplätze und ein weiterer Schlag in die Magengrube unserer Unternehmen", so Engel.

Emirates darf künftig fünf statt bisher nur vier Flughäfen in Deutschland mit einer abgestimmten Zahl an Verbindungen anfliegen. Das ging am Donnerstag aus einer Mitteilung der Bundesregierung nach einem Besuch des Präsidenten der Vereinigten Arabischen Emirate (VAE), Scheich Mohammed bin Sajid, in Deutschland hervor. Bisher fliegt Emirates nach Frankfurt, München, Düsseldorf und Hamburg.

Verdi sorgt sich um inländische Arbeitsplätze

Die Wahrscheinlichkeit ist hoch, dass die Fluggesellschaft künftig auch den Hauptstadtflughafen BER ansteuern und mit ihrem Drehkreuz in Dubai verbinden wird. "Mit der Entscheidung pro Emirates verschließt Berlin alle Türen für andere Fluggesellschaften, die in der Zukunft bereit gewesen wären, wirkliche Direktverbindungen auf der Langstrecke von und nach Berlin anzubieten", sagte BDF-Geschäftsführer Engel. 

Auch die Gewerkschaft Verdi kritisierte die Entscheidung der Bundesregierung. "Das ist keine verantwortungsvolle Luftverkehrspolitik, sondern ein fragwürdiger Deal zulasten inländischer Arbeitsplätze, Wertschöpfung und eines Teils unserer kritischen Infrastruktur", erklärte Dennis Dacke, Verdi-Bundesfachgruppenleiter Luftverkehr und Maritime Wirtschaft, in einer Mitteilung.

Strecke BER-Dubai wird im Winterflugplan von mehreren Airlines angeboten

Die Vereinigung der Unternehmensverbände Berlin-Brandenburg begrüßte die Entscheidung dagegen ebenso wie Verkehrssenatorin Ute Bonde. "Diese Direktverbindung ist ein handfester Standortvorteil für Berlin", sagte die CDU-Politikerin laut Mitteilung. Über das Drehkreuz Dubai erreichten Fluggäste aus der Hauptstadtregion künftig große Teile Asiens, Afrikas und Ozeaniens. "Märkte, die für die Berliner Wirtschaft, den Tourismus und die Wissenschaft von hoher Bedeutung sind", so Bonde.

Sollte Emirates künftig vom BER nach Dubai fliegen, wäre das nicht die einzige Direktverbindung dorthin. Im Winterflugplan bieten auch Condor (ab dem 25. Oktober) und Eurowings (ab dem 1. November) Direktflüge nach Dubai an.

Hinweis: Diese Meldung ist Teil eines automatisierten Angebots der nach strengen journalistischen Regeln arbeitenden Deutschen Presse-Agentur (dpa). Sie wird von der AZ-Onlineredaktion nicht bearbeitet oder geprüft. Fragen und Hinweise bitte an feedback@az-muenchen.de

  • Themen:
Lädt
Anmelden oder registrieren

Zum Login
Zu meinen Themen hinzufügen

Hinzufügen
Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten
Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen
Um "Meine AZ" nutzen zu können, müssen Sie der Datenspeicherung zustimmen.

Zustimmen
Teilen
lädt ... nicht eingeloggt
 
merken
Nicht mehr merken
X

Sie haben den Inhalt der Merkliste hinzugefügt.