Kräftige Gewinneinbußen bei der HypoVereinsbank

Ein unsicherer Kapitalmarkt und hohe Steuerabgaben haben bei der HypoVereinsbank im zweiten Halbjahr 2011 zu gewaltigen Gewinneinbußen geführt.
| dapd
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München - Ein kräftiger Einbruch im zweiten Halbjahr hat den Gewinn der Hypovereinsbank (HVB) 2011 beinahe halbiert. Der Konzernüberschuss sackte um 44 Prozent auf 971 Millionen Euro ab, wie die Münchner Tochter der italienischen Unicredit am Mittwoch mitteilte. Im dritten und vierten Quartal machte die Bank sogar Verlust. „Wenn das erste Halbjahr eitel Sonnenschein war, war das zweite ein ausgeprägtes Sturmtief“, sagte der Sprecher des Vorstands, Theodor Weimer. Auch beim Ausblick blieb er vorsichtig.

„Das Kapitalmarktumfeld im Jahr 2011 war ausgesprochen herausfordernd und von vielen Unsicherheitsfaktoren geprägt“, sagte Bankchef Weimer. In der Bilanz schlug sich das unter anderem beim Handelsergebnis nieder, das um 569 Millionen auf 190 Millionen Euro einbrach. Der Markt habe das Unternehmen hier „gebeutelt“, sagte Weimer. Vor allem im vierten Quartal sei das Handelsergebnis mit minus 449 Millionen Euro nahezu „abgeschmiert“, sagte Finanzvorstand Peter Hofbauer. Hier gehe es aber bereits wieder aufwärts.

Die Bankenabgabe belastete die HVB mit 168 Millionen Euro. Zudem musste die Bank mit 640 Millionen Euro mehr als viermal so hohe Steuern zahlen wie 2010, als sie außergewöhnlich günstig davongekommen war. Vor Steuern fiel der Ergebnisrückgang mit 14 Prozent deutlich geringer aus.

„2012 wird nach meiner Einschätzung kein einfaches Jahr für die Bankenbranche“, sagte Weimer. Dennoch gehe er davon aus, „dass wir auch 2012 mit einem guten Ergebnis abschließen werden“. Wenn es nicht zu großen Marktverwerfungen komme, „sehe ich nicht, dass wir uns Sorgen machen müssen“, sagte der Bankchef. Das erste Quartal laufe gut, die HVB liege deutlich im positiven Bereich. Einen konkreten Ausblick gab er aber nicht.

In den Taschen der Vorstandsmitglieder macht sich der Gewinneinbruch nicht bemerkbar. Ihre Vergütung stieg insgesamt von sechs auf sieben Millionen Euro. Die einzelnen Einkommen weist die HVB nicht aus. Auch die Konzernmutter Unicredit kann sich über viel Geld von der HVB freuen. Sie erhält als Dividende gut eine Milliarde Euro.

Die Bank könne sich das durchaus leisten, sagte Weimer. Mit einer Kernkapitalquote von rund 16 Prozent ist sie komfortabel mit Geld ausgestattet. Auch die Bilanzsumme der HVB legte zu. Sie stieg um 3,7 Prozent auf knapp 386 Milliarden Euro. Die Zahl der Mitarbeiter erhöhte sich um 300 auf 19.442.

 

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