Könnte Stahlfusion von Thyssenkrupp mit Tata noch platzen?

Bei den Verhandlungen mit den Arbeitnehmern über die geplante Thyssenkrupp-Stahlfusion mit Tata ist offenbar noch keine Einigung in Sicht. Während der Vorstand am Donnerstag die Bilanz vorlegt, wollen mehrere tausend Stahlkocher in Andernach protestieren.
| dpa
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Essen - Im Streit um die geplante Stahlfusion von Thyssenkrupp mit dem indischen Konzern Tata haben Betriebsräte und die IG Metall den Druck erhöht.

Auch ein Scheitern der Gespräche mit dem Management sei möglich, sagte der frühere Gewerkschaftschef Detlef Wetzel, der im Aufsichtsrat der Stahlsparte von Thyssenkrupp sitzt, der Westdeutschen Allgemeinen Zeitung (Mittwoch). "Nach derzeitigem Stand können wir dem Joint Venture nicht zustimmen", meinte Wetzel.

"Wir meinen es absolut ernst, wenn wir sagen, dass wir bereit sind, unsere Zustimmung zu verweigern, wenn es keine verantwortungsvolle Lösung gibt", betonte der Gewerkschafter. Der Vorstand von Thyssenkrupp müsse sich "stark bewegen", um die Forderungen der IG Metall zu erfüllen und ein positives Votum der Arbeitnehmervertreter im Aufsichtsrat zu bewirken. "Wir erwarten einen weiten Zeithorizont der Sicherheit für die Beschäftigten", sagte Markus Grolms von der IG Metall, der stellvertretender Aufsichtsratschef von Thyssenkrupp ist.

8.000 Demonstranten erwartet

Zu einer geplanten Demonstration am Thyssenkrupp-Standort in Andernach erwartet die IG Metall für Donnerstag rund 8.000 Teilnehmer. Die Protestaktion soll zeitgleich zu der in Essen stattfindenden Bilanzvorlage des Konzerns laufen, bei der mit Aussagen von Thyssenkrupp-Chef Heinrich Hiesinger zum Stand der Fusionsgespräche gerechnet wird. Das Unternehmen hatte zuletzt versichert, die Forderungen der Arbeitnehmervertreter "sehr ernst" zu nehmen.

Thyssenkrupp-Stahl-Betriebsratschef Günter Back beklagte am Mittwoch nach insgesamt drei Verhandlungsrunden fehlende Aussagen des Unternehmens zu den Themen Arbeitsplatz- und Standortsicherheit sowie zu Investitionen. Der Betriebsrat befürchte den Abbau von deutlich mehr Jobs, als von dem Unternehmen bislang angekündigt wurden. "Am Ende wollen wir jetzt wissen, was dieser Konzern vorhat. Da verweigert sich der Vorstand", sagte Back.

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