Klopapiermangel führt zu Wechsel bei tschechischer Bahn

Lenka Hamplova übernimmt als erste Frau das Steuer der tschechischen Staatsbahn - nach Beschwerden über mangelndes Klopapier und Kritik an fehlender Akteneinsicht des Vorgängers.
dpa |
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Zwei Züge der tschechischen Bahn Ceske drahy (CD) begegnen sich im deutschen Wittenberge. (Archivbild)
Zwei Züge der tschechischen Bahn Ceske drahy (CD) begegnen sich im deutschen Wittenberge. (Archivbild) © Soeren Stache/dpa-Zentralbild/dpa
Prag

Nach Kritik unter anderem an fehlendem Toilettenpapier auf den Zugtoiletten gibt es einen Führungswechsel bei der tschechischen Staatsbahn. Die studierte Ingenieurin Lenka Hamplova übernimmt das Ruder bei Ceske drahy (CD) - als erste Frau in dem Amt. Sie folgt als Vorstandsvorsitzende auf Michal Krapinec, der aus persönlichen Gründen seinen Rücktritt erklärt hatte.

Kritik von höchster Stelle

Zuvor hatte Parlamentspräsident Tomio Okamura den bisherigen Bahnchef hart angegangen. Er habe viele Beschwerdebriefe von Bürgern wegen fehlenden Toilettenpapiers in den Zügen erhalten, sagte der ultrarechte Politiker im öffentlich-rechtlichen Fernsehen CT. Die Situation sei eine "völlige Schande". Ein Bahnsprecher entgegnete, dass der Konzern jährlich rund drei Millionen Rollen bereitstelle.

Es war indes nicht das einzige Problem des scheidenden Bahnchefs. Wie das Nachrichtenportal "Seznam Zpravy" jüngst berichtete, verlor der Jurist Krapinec seine Berechtigung, Akten mit der Geheimhaltungsstufe "Vertraulich" einzusehen. Voraussetzung für die Erlaubnis ist ein umfangreicher Hintergrund-Check durch das Nationale Sicherheitsamt (NBU). Details zu den Gründen waren nicht bekannt.

Dichtes Eisenbahnnetz

Die neue Chefin Hamplova kündigte an, die Bahn zu einem "gesunden, modernen und selbstbewussten Unternehmen" machen zu wollen. Tschechien verfügt über eines der dichtesten Eisenbahnnetze in Europa. Es hat eine Streckenlänge von insgesamt rund 9.344 Kilometer. Neben der Staatsbahn mischen inzwischen auch immer mehr private Anbieter mit, darunter Firmen wie Arriva und Regiojet.

Hinweis: Diese Meldung ist Teil eines automatisierten Angebots der nach strengen journalistischen Regeln arbeitenden Deutschen Presse-Agentur (dpa). Sie wird von der AZ-Onlineredaktion nicht bearbeitet oder geprüft. Fragen und Hinweise bitte an feedback@az-muenchen.de

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