Kartellamt erlaubt Rewe Übernahme von 38 Tegut-Märkten

Tegut wird verkauft, das Filialnetz zerschlagen. Edeka griff nach dem größten Teil der Standorte, Konkurrent Rewe wollte weniger. Deutschlands Wettbewerbshüter nahmen die Übernahmen unter die Lupe.
dpa |
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Das Tegut-Logo an einem Standort der Handelskette.
Das Tegut-Logo an einem Standort der Handelskette. © Uwe Zucchi/dpa
Bonn

Das Bundeskartellamt hat die Übernahme von 38 Tegut-Supermärkten durch den Handelsriesen Rewe freigegeben. Das sind zwei weniger als von Rewe beabsichtigt. Wie die Wettbewerbshüter mitteilte, hat sich Rewe verpflichtet, besagte zwei Standorte in einem Zeitraum von vier Jahren nicht zu erwerben. "Damit verhindern wir, dass sich die Wettbewerbsbedingungen für die Verbraucherinnen und Verbraucher in den betroffenen Regionen erheblich verschlechtern", sagte Kartellamtschef Andreas Mundt. Die zwei Standorten, auf die Rewe vorerst verzichtet, liegen in den hessischen Städten Marburg und Schlüchtern.

Durch die Übernahme der 38 Märkte gewinne Rewe am bundesweiten Beschaffungsvolumen deutlich weniger hinzu als 0,2 Prozent, hieß es vom Kartellamt. Eine erhebliche Behinderung wirksamen Wettbewerbs auf den Beschaffungsmärkten - sei deshalb nicht zu erwarten. Mit Beschaffungsmarkt sind hier die Lebensmittel und anderen Waren sowie Dienstleistungen gemeint, die Rewe bei Lieferanten einkauft. 

Kartellamt sieht sehr hohe Marktkonzentration

Der deutsche Lebensmittel-Einzelhandel ist dominiert von den vier großen Anbietern Rewe, Edeka, Aldi und Lidl/Kaufland - auf sie entfallen mehr als 90 Prozent des Umsatzes im deutschen Lebensmittel-Einzelhandel. Hersteller von Lebensmitteln und anderen Supermarkt-Waren haben also nur recht wenige Abnehmer, wodurch ihre Verhandlungsposition eher schwach ist. Für sie ist es eine schlechte Nachricht, dass der eigenständige Abnehmer Tegut vom Markt verschwindet. 

Wettbewerbshüter Mundt spricht von einer sehr hohen Konzentration im Lebensmittel-Einzelhandel. Die Ermittlungen der Behörde zeigten aber auch, dass zwischen den großen Handelsunternehmen Wettbewerb stattfinde. Daran werde die Tegut-Übernahme nichts ändern. "Tatsache ist: Die hohe Konzentration allein reicht kartellrechtlich nicht aus, um einen Zusammenschluss zu untersagen", so Mundt. "Entscheidend ist, ob sich durch die konkrete Übernahme die Wettbewerbsverhältnisse erheblich verschlechtern."

Edeka soll mehr als die Hälfte bekommen

Den größten Teil des Tegut-Netzes aus 300 Standorten möchte sich Edeka einverleiben, unlängst gab das Kartellamt die Übernahme von 178 Filialen durch den Rewe-Konkurrenten frei. Das waren weniger als geplant - bei 24 verpflichtete sich Edeka, diese binnen vier Jahren nicht zu übernehmen. Außerdem darf die Smart-Store-Kette Tante Enso 36 Tegut-Standorte haben. Was mit den verbliebenen Tegut-Filialen passiert, ist noch offen. 

Tegut wurde 1947 in Fulda gegründet und gehört seit 2013 zur Migros-Gruppe. Die Kette ist in sechs Bundesländern vertreten, die meisten Märkte befinden sich in Hessen. Laut Migros beschäftigt Tegut knapp 7.500 Menschen. Die Marke soll aufgegeben werden.

Hinweis: Diese Meldung ist Teil eines automatisierten Angebots der nach strengen journalistischen Regeln arbeitenden Deutschen Presse-Agentur (dpa). Sie wird von der AZ-Onlineredaktion nicht bearbeitet oder geprüft. Fragen und Hinweise bitte an feedback@az-muenchen.de

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