Isar Aerospace verschiebt zweiten Raketen-Testflug

Der bayerische Raketenhersteller Isar Aerospace ist kein Start-up wie jedes andere: Erfolg oder Misserfolg sind ein Prüfstein für die Frage, ob Europa eigenständig im Weltraum agieren kann.
dpa |
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Der erste Testflug der Spectrum-Rakete im März 2025 (Handout)
Der erste Testflug der Spectrum-Rakete im März 2025 (Handout) © -/Isar Aerospace/dpa
Ottobrunn

Der deutsche Raketenhersteller Isar Aerospace hat den geplanten zweiten Testflug seiner Spectrum-Rakete verschoben. Grund ist laut Mitteilung des Unternehmens ein Problem mit einem Druckventil. Ein neues angepeiltes Startdatum soll in Kürze bekanntgegeben werden, wie es in der kurzen Notiz auf der Plattform X hieß. Zuvor waren die Startvorkehrungen am norwegischen Weltraumbahnhof Andøya bereits weit gediehen. 

Das Start-up aus Ottobrunn bei München hatte seine Rakete Ende März 2025 zum ersten Testflug abheben lassen. Der Flug dauerte lediglich 30 Sekunden, bevor die Rakete ins Meer stürzte. Laut Isar Aerospace hatte das Kontrollzentrum den Flug abgebrochen und die Rakete kontrolliert ins Meer fallen lassen. 

Ausgebucht trotz nicht erreichter Serienreife

Die Spectrum soll nach der Serienreife Satelliten in erdnahe Umlaufbahnen wenige hundert Kilometer über dem Erdboden bringen. Nach Angaben von Unternehmenschef Daniel Metzler ist Isar Aerospace jetzt schon auf Jahre ausgebucht, obwohl die Rakete nicht serienreif ist. Unter anderem hat das Start-up bereits Aufträge von EU und europäischer Raumfahrtagentur ESA erhalten.

Europa will im Weltraum unabhängig von den USA werden

Erfolg oder Misserfolg des ehrgeizigen Jungunternehmens aus dem Münchner Vorort Ottobrunn werden in Europas Raumfahrtbranche und den Regierungen mehrerer Länder mit großer Aufmerksamkeit verfolgt. Seit Jahren wird die große Mehrheit der europäischen Satelliten vom Raumfahrtunternehmen Space X des rechtsgerichteten US-Milliardärs Elon Musk ins All befördert, der der EU feindselig gegenübersteht. Dafür müssen die Auftraggeber jedoch umfangreiche Daten über ihre Projekte zur Verfügung stellen. 

Nach Zahlen des Luft- und Raumfahrt-Bundesverbands BDLI starteten die USA im Jahr 2024 mehr als die Hälfte von weltweit 220 zivilen und militärischen Trägerraketen mit Satelliten und anderer Nutzlast an Bord. China schoss 67 Raketen ins All, Russland 20, und Indien 7. Europa war demnach mit 4 Raketenstarts Schlusslicht. 

Auch die französisch-deutsche ArianeGroup will in diesem Jahr sieben bis acht Raketen des lang verzögerten Typs Ariane 6 sechs starten lassen. Anders als die "Spectrum" ist die Ariane eine schwere Trägerrakete, die Nutzlast auch in geostationäre Umlaufbahnen knapp 36.000 Kilometer über dem Erdboden befördern kann.

Hinweis: Diese Meldung ist Teil eines automatisierten Angebots der nach strengen journalistischen Regeln arbeitenden Deutschen Presse-Agentur (dpa). Sie wird von der AZ-Onlineredaktion nicht bearbeitet oder geprüft. Fragen und Hinweise bitte an feedback@az-muenchen.de

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