Internationale Reifenmesse erhöht Sicherheitsmaßnahmen

Die wirtschaftlichen Folgen der Coronavirus-Ausbreitung zeigen sich immer deutlicher. In Hannover hat die Deutsche Messe AG bei einer Reifenausstellung spezielle Sicherheitsmaßnahmen getroffen. Was passiert bei der weltgrößten Industrieschau im April?
| dpa
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Sicherheitsmaßnahme auf der Reifenmesse in Hannover. Ein Schild weist am Eingang auf eine Einrichtung zur Messung der Körpertemperatur hin.
Hauke-Christian Dittrich/dpa/dpa Sicherheitsmaßnahme auf der Reifenmesse in Hannover. Ein Schild weist am Eingang auf eine Einrichtung zur Messung der Körpertemperatur hin.

Hannover - Aus Sorge vor der weiteren Ausbreitung des neuartigen Coronavirus läuft die internationale Reifenmesse "Tire Technology Expo" in Hannover unter strengen Sicherheitsvorkehrungen.

Besucher oder Mitarbeiter der dreitägigen Ausstellung (25. bis 27.02.) müssten beim Einlass ihre Körpertemperatur mit einem elektronischen Screening messen lassen, sagte eine Sprecherin am Mittwoch. Bisher habe das Gerät noch nicht angeschlagen. Zuvor hatten mehrere Medien über die Maßnahme berichtet. Die Messegäste müssten zudem schriftlich bestätigen, in den 17 Tagen vor ihrer Ankunft nicht in China gewesen zu sein, keine Grippe oder Lungenentzündung zu haben und kein Träger des Coronavirus zu sein.

Ob die Epidemie auch Folgen für die weltgrößte Industrieschau Hannover Messe hat, beraten Messegesellschaft und Gesundheitsbehörden in Niedersachsen derzeit. Das Branchentreffen mit dem Partnerland Indonesien soll in diesem Jahr vom 20. bis 24. April stattfinden. Bislang erwarten die Veranstalter 6000 Aussteller aus 70 Ländern.

Nach der schriftlichen Bestätigung der Besucher der "Tire Technology Export" würden Reisepässe und Visa allerdings nicht überprüft, hieß es: "Wir verlassen uns auf die Teilnehmer, das ehrlich zu beantworten." Ein Arzt sei ebenfalls im Einsatz, außerdem gebe es überall Spender mit Desinfektionsspray. Sicherheitsleute öffneten die Türen, damit es möglichst selten Kontakt mit Türklinken geben müsse. Chinesische Unternehmen hätten beschlossen, Mitarbeiter von anderen Standorten zu schicken. Einige wenige Firmen wollten erst im nächsten Jahr auf der Messe ausstellen.

Am Dienstag waren in Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg zwei weitere Coronavirus-Fälle nachgewiesen worden. In Deutschland waren schon vor einiger Zeit erste Infektionen mit Sars-CoV-2, das die Lungenkrankheit Covid-19 auslösen kann, entdeckt worden: vor allem bei einer Firma in Bayern, aber auch bei Rückkehrern aus Wuhan in China. Diese Fälle führten jedoch bisher nicht zu weiteren bekannten Ansteckungen. Der Ursprung des neuartigen Virus liegt in der zentralchinesischen Provinz Hubei.

Das Organisationsteam der Hannover Messe beobachtet die Entwicklung bereits seit Wochen intensiv. Andere internationale Messen wie der Mobile World Congress in Barcelona oder die Automesse in Peking waren aufgrund der Gefahr der Ansteckung mit dem Virus schon gestrichen oder verschoben worden. Absagen von Teilnehmer gab es laut letztem Stand in Hannover noch nicht. Allein wegen der Reisebeschränkungen in China rechnet die Deutsche Messe AG diesmal aber schon mit deutlich weniger Gästen aus der Volksrepublik als üblich.

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