Internationale Handelskonflikte bremsen Maschinenbauer aus

Den fünften Monat in Folge gehen bei den deutschen Maschinenbauern weniger Bestellungen ein. Der Handelskonflikt zwischen den USA und China belastet die Geschäfte. Auch die Produktion leidet inzwischen.
| dpa
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Blick auf einen Generatorständer im Siemens-Generatorenwerk.
Martin Schutt/dpa Blick auf einen Generatorständer im Siemens-Generatorenwerk.

Frankfurt/Main - Rund ein Jahr nach Beginn des Handelskriegs zwischen den USA und China hinterlässt der Konflikt inzwischen deutliche Spuren in den Büchern der deutschen Maschinenbauer. Die Produktion ist im ersten Quartal nicht mehr gewachsen, wie der Branchenverband VDMA mitteilte.

Zudem gingen im April den fünften Monat in Folge weniger Aufträge bei der exportorientierten Branche ein. "Die anhaltenden Handelsstreitigkeiten der großen Wirtschaftsblöcke, aber auch viele regionale politische Krisen sorgen dafür, dass die Investoren verunsichert sind und sich mit neuen Bestellungen zurückhalten", erläuterte VDMA-Chefvolkswirt Ralph Wiechers.

Die Bestellungen sanken im April Vergleich zum Vorjahr preisbereinigt (real) um 11 Prozent. Die Produktion der deutschen Schlüsselindustrie verringerte sich im ersten Quartal gegenüber dem Vorjahreszeitraum leicht um 0,5 Prozent. Für das Gesamtjahr hatte der VDMA in einer gesenkten Prognose zuletzt ein Plus von 1,0 Prozent vorhergesagt.

US-Präsident Donald Trump hatte am 15. Juni 2018 erstmals Strafzölle gegen China verhängt. Seitdem ist der Konflikt zwischen den beiden größten Volkswirtschaften der Welt eskaliert. Das belastet zunehmend die Weltkonjunktur. Zuletzt senkte die Weltbank ihre Prognose für das globale Wirtschaftswachstum.

Der Konflikt trifft exportorientierte deutsche Branchen wie den Maschinenbau. Deutsche Firmen, die in China produzieren und in die USA exportieren, bekommen ihn zu spüren. Zugleich leiden die Ausfuhren von "Made in Germany" in das Reich der Mitte, weil die Auseinandersetzung chinesische Investoren verunsichert, wie Wiechers erläuterte.

Besonders stark schwächelte allerdings im April das Inlandsgeschäft. Der Auftragseingang verringerte sich um 15 Prozent. Der Konjunkturpessimismus in der deutschen Wirtschaft war in den vergangenen Monaten deutlich gewachsen. Aus dem Ausland gingen 9 Prozent weniger Orders bei den Maschinenbauern ein.

Besser als die Produktion entwickelte sich der Umsatz. Bis Ende April verbuchte die Branche nach eigenen Berechnungen ein Umsatzplus von einem Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Die Unternehmen profitierten aktuell noch vom Auftragsbestand des Vorjahres, erläuterte Wiechers. "Wie lange dieser Effekt vorhält, kann man noch nicht sagen." Im Maschinenbau sind mehr als 1,3 Millionen Menschen tätig. Damit ist die Branche nach eigenen Angaben der größte industrielle Arbeitgeber im Land.

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