Insolvenzen stagnieren auf hohem Niveau

Trotz stagnierender Insolvenzanmeldungen ist keine Entspannung in Sicht. Forscher melden weiterhin Rekordwerte und warnen vor anhaltend vielen Firmenpleiten.
von  dpa
Auch im Februar haben viele Firmen Insolvenz anmelden müssen. (Symbolbild)
Auch im Februar haben viele Firmen Insolvenz anmelden müssen. (Symbolbild) © Martin Schutt/dpa-Zentralbild/dpa

Vor den deutschen Amtsgerichten stagniert die Zahl der Insolvenzanmeldungen. Im Februar haben 2.053 Unternehmen ihre Zahlungsunfähigkeit angezeigt, wie das Statistische Bundesamt berichtet. Das waren 0,7 Prozent weniger als im gleichen Vorjahresmonat. Im Januar und Dezember waren noch deutliche Anstiege in der Jahresfrist registriert worden. 

Besonders betroffen war im Februar erneut das Gastgewerbe mit 9,7 Fällen je 10.000 Unternehmen. Im Wirtschaftsabschnitt Verkehr und Lagerei meldeten mit 11,1 Fällen anteilig sogar noch mehr Firmen eine Insolvenz an. Die Forderungen der Gläubiger zu sämtlichen Fällen fielen mit 2,5 Milliarden Euro aber deutlich geringer aus als ein Jahr zuvor, als 9,0 Milliarden Euro im Feuer standen. 

Ob letztlich alle Fälle von den Insolvenzgerichten so weit gebracht werden, dass sie in die amtliche Statistik eingehen, ist noch offen. Der Zeitpunkt des Insolvenzantrags liegt dem Bundesamt zufolge oft fast drei Monate davor.

Keine Entspannung in Sicht

Nachhaltige Entspannung ist trotzdem nicht in Sicht: Nach jüngsten Zahlen des Leibniz-Instituts für Wirtschaftsforschung Halle (IWH), das monatlich die Entwicklung der Insolvenzen analysiert, stieg die Zahl der Insolvenzen von Personen- und Kapitalgesellschaften im April auf 1.776. Das seien drei Prozent mehr als im März und zehn Prozent mehr als vor einem Jahr, teilte das IWH mit. Schon für das erste Quartal hatten die Forscher einen Höchststand seit mehr als 20 Jahren gemeldet. 

Im Jahr 2025 waren amtlichen Zahlen zufolge so viele Unternehmen in Deutschland in die Pleite gerutscht wie seit 2014 nicht: 24.064 Fälle waren nach Angaben des Statistischen Bundesamts gut 10 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Schon 2023 und 2024 hatte die Zahl der Firmenpleiten deutlich um jeweils mehr als 20 Prozent zugelegt.

merken
Nicht mehr merken
X

Sie haben den Inhalt der Merkliste hinzugefügt.