Infineon hebt nach starkem Quartal die Jahresprognose

Die Erholung der Autoindustrie, der Digitalisierungsschub durch die Corona-Krise und sogar der Trend zum Heimwerkern: Infineon profitiert derzeit von vielen Entwicklungen. Nach starken Zahlen hebt das Unternehmen nun seine Prognose an.
| dpa
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Das Infineon-Logo.
Das Infineon-Logo. © Peter Kneffel/dpa/Archivbild
Neubiberg

Infineon-Chef Reinhard Ploss bringt die Gründe für die guten Zahlen seines Unternehmens auf einen Punkt: "Halbleiter werden gebraucht." Im ersten Quartal des Geschäftsjahres von Oktober bis Dezember konnte der Chiphersteller Umsatz und Gewinn kräftig steigern, wie er am Donnerstag in Neubiberg bei München mitteilte. Als Folge hob das Unternehmen seine Prognose leicht an und will die geplante Fertigung im österreichischen Villach rund drei Monate früher anlaufen lassen und mehr investieren.

Trotz negativer Effekte durch den schwachen Dollar stieg der Gewinn im ersten Geschäftsquartal, das bei Infineon von Oktober bis Dezember läuft, auf 256 Millionen Euro. Das sind 22 Prozent mehr als im Vorjahresquartal, das noch nicht von Corona belastet war. Der Umsatz stieg - auch durch die Übernahme des US-Konkurrenten Cypress im vergangenen Jahr - um 37 Prozent auf 2,6 Milliarden Euro.

Auch im Gesamtjahr sollen Umsatz und Ergebnis nun besser als bisher prognostiziert ausfallen, obwohl Infineon inzwischen von einem schwächeren und damit für das Unternehmen ungünstigeren Dollarkurs ausgeht. Dies könne man mehr als kompensieren, sagte Ploss. Er gehe davon aus, dass der Rückenwind für Infineon tragen werde. "Neben der wirtschaftlichen Erholung in einigen Regionen kommt uns der Digitalisierungsschub in allen Lebensbereichen zugute."

Zwar legte insbesondere das Geschäft mit der Automobilindustrie zu, getrieben von Nachfrage aus Europa und China, doch Infineon profitiert von verschiedensten Entwicklungen wie der Zunahme kontaktloser Zahlungen - bis hin zum Heimwerken-Trend, weil Halbleiter der Neubiberger sich auch in Akkuschraubern finden.

Mehr Nachfrage wirkt sich in der Chipbranche stark auf das Ergebnis aus, denn die Auslastung der Werke ist eine zentrale Größe. Hier sieht es derzeit gut für Infineon aus: Die sogenannten Unterauslastungskosten seien nahe am möglichen Minimum, sagte Ploss.

Die Börse zeigte sich von den aktuellen Zahlen allerdings unbeeindruckt. Die Aktie lag zum Mittag leicht im Plus. Allerdings hat das Papier seinen Wert seit einem Tief im März vergangenen Jahres bereits verdreifacht.

© dpa-infocom, dpa:210204-99-296479/3

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