IG Metall: VW-Führung handelt respekt- und verantwortungslos

IG-Metall-Bezirksleiter Gröger wirft Volkswagen einen respektlosen Umgang mit den Beschäftigten vor. Über die Kündigungspläne habe die Öffentlichkeit früher Bescheid gewusst als die Verhandler.
dpa |
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IG-Metall-Bezirksleiter Gröger: Vorgehen der VW-Führung "respektlos". (Archivbild)
IG-Metall-Bezirksleiter Gröger: Vorgehen der VW-Führung "respektlos". (Archivbild) © Julian Stratenschulte/dpa
Wolfsburg

IG-Metall-Bezirksleiter Thorsten Gröger hat die Volkswagen-Führung nach der Kündigung zahlreicher Tarifverträge scharf kritisiert. Die Art und Weise sei "respektlos gegenüber den eigenen Beschäftigten", sagte Gröger, der den Gewerkschaftsbezirk Niedersachsen und Sachsen-Anhalt leitet, dem Deutschlandfunk. Das Vorgehen sei zudem "verantwortungslos gegenüber dem Unternehmen selbst", weil damit ein Konflikt vom Zaun gebrochen werde, den Volkswagen nicht gebrauchen könne.

Als Beispiel nannte Gröger ein Gespräch über den Zukunftstarifvertrag von 2024. Die Arbeitnehmervertreter hätten sich einen 50-minütigen Vortrag des Unternehmens angehört. "Kein Wort davon, dass man vorhat, Tarifverträge zu kündigen." Noch während des Gesprächs habe die Presse bereits über die Pläne berichtet. "Also abermals hat das Unternehmen die Öffentlichkeit vorher wissen lassen, was man eigentlich mit den eigenen Beschäftigten vorhat."

Die Kündigung des Manteltarifvertrags und damit der Rahmenbedingungen für die Beschäftigten sei "ein einmaliger Vorgang in der Geschichte von Volkswagen". Die Interessenvertretung sei auf die Auseinandersetzung vorbereitet.

Im Ringen um schärfere Einsparungen hat Volkswagen jüngst einen Großteil seiner Tarifverträge gekündigt - darunter den wichtigen Manteltarifvertrag. Aus Sicht des Unternehmens sind verschiedene Regelungen in diesen Verträgen mit Blick auf den aktuellen Kostendruck anzupassen

Weltweit will der VW-Vorstand in den kommenden Jahren unter anderem 50.000 Stellen streichen - zusätzlich zu bisherigen Abbauplänen im Konzern. Marken und Gesellschaften sind demnach beauftragt, das auszuplanen. Die Hälfte könnte auf deutsche Standorte entfallen. Konkrete Programme müssen aber erst mit den Arbeitnehmern verhandelt werden. Darüber hinaus ist die Zukunft der VW-Werke in Emden, Hannover und Zwickau sowie des Audi-Standorts Neckarsulm über die Jahre 2031 bis 2034 hinaus offen.

Hinweis: Diese Meldung ist Teil eines automatisierten Angebots der nach strengen journalistischen Regeln arbeitenden Deutschen Presse-Agentur (dpa). Sie wird von der AZ-Onlineredaktion nicht bearbeitet oder geprüft. Fragen und Hinweise bitte an feedback@az-muenchen.de

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