Ifo: Material für deutsche Industrie wird knapper

Lieferketten am Limit: Vor allem Chemie- und Kunststoffhersteller schlagen Alarm. Wie der Konflikt im Nahen Osten die deutsche Industrie trifft.
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Chemiewerk in Deutschland: "Die Lieferketten geraten spürbar unter Druck." (Archivbild)
Chemiewerk in Deutschland: "Die Lieferketten geraten spürbar unter Druck." (Archivbild) © Jan Woitas/dpa
München

Die deutschen Industrieunternehmen erhalten infolge des Iran-Kriegs immer weniger Material. Der Anteil der Unternehmen, die im April über Beschaffungsengpässe klagten, lag bei 13,8 Prozent - mehr als doppelt so viel wie noch im Januar (5,8 Prozent), wie das Ifo-Institut in einer Umfrage ermittelte.

"Die Lieferketten geraten spürbar unter Druck", sagte der Leiter der Ifo-Umfragen, Klaus Wohlrabe. "Der Konflikt im Nahen Osten und die Einschränkungen im Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus wirken sich zunehmend auf die Versorgung mit Vorprodukten aus."

Zunehmend knapp wird es demnach vor allem in Branchen, die stark von ölbasierten und energieintensiven Vorprodukten abhängig sind. So war in der chemischen Industrie fast ein Drittel (31,1 Prozent) der Unternehmen von Materialmangel betroffen. 

Straße von Hormus als Nadelöhr im Welthandel 

Bei den Herstellern von Gummi- und Kunststoffwaren stieg der Anteil deutlich auf knapp ein Viertel (22,9 Prozent). Der Maschinenbau sowie Hersteller elektrischer Ausrüstungen spürten die Knappheit ebenso wie die Automobilindustrie. 

"Die aktuellen Entwicklungen zeigen, wie stark die Industrie von globalen Rohstoff- und Energielieferungen abhängt", sagte Wohlrabe. Durch die Straße von Hormus zwischen Iran und Oman wird normalerweise rund ein Fünftel des globalen Ölangebots transportiert. Die Meerenge ist seit Wochen wegen des Iran-Kriegs weitgehend blockiert. "Gerade bei petrochemischen Vorprodukten können sich Störungen sehr schnell in der gesamten Wertschöpfungskette bemerkbar machen", betonte das Ifo.

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