IEA erwartet Rückgang der Ölnachfrage - Reserven sinken

Die Experten der Energieagentur erwarten, dass die weltweite Ölnachfrage wegen des Iran-Kriegs stärker sinkt als bisher angenommen. Auch die Ölreserven schmelzen in Rekordtempo.
dpa |
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Die IEA spricht in ihrem Bericht von einer "sich verschärfenden Zerstörung der Nachfrage" nach Rohöl. (Symbolbild)
Die IEA spricht in ihrem Bericht von einer "sich verschärfenden Zerstörung der Nachfrage" nach Rohöl. (Symbolbild) © Ali Haider/EPA/dpa
Paris

Die internationale Energieagentur (IEA) rechnet wegen der Folgen des Iran-Kriegs mit einem stärkeren Rückgang der weltweiten Ölnachfrage und einem Abschmelzen der Ölreserven. Weil sich das Angebot verknappe, dürfte die globale Nachfrage nach Rohöl in diesem Jahr voraussichtlich um durchschnittlich 420.000 Barrel (je 159 Liter) pro Tag sinken auf etwa 104 Millionen Barrel pro Tag, heißt es in dem in Paris veröffentlichten Monatsbericht des Interessenverbandes großer Industriestaaten.

Bereits im Vormonatsbericht hatte die IEA einen Rückgang der Nachfrage prognostiziert, aber nur um 80.000 Barrel pro Tag, nachdem der Interessenverband zu Beginn des Jahres noch von einem Anstieg der Nachfragte um täglich 770.000 Barrel ausgegangen war.

Lieferströme weitgehend unterbrochen

Die IEA spricht in ihrem Bericht von einer "sich verschärfenden Zerstörung der Nachfrage". Dies sei eine Folge des sprunghaften Anstiegs der Ölpreise seit Beginn des Krieges. Zu Beginn des Iran-Kriegs war der Preis für Rohöl der Sorte Brent im März zeitweise bis auf über 120 US-Dollar pro Barrel gestiegen, von zuvor etwa 70 Dollar. Zuletzt wurde Rohöl der Sorte Brent aus der Nordsee bei 106 Dollar gehandelt.

Infolge des Iran-Kriegs wurde mit der Straße von Hormus eine wichtige Handelsroute faktisch geschlossen. Die Lieferströme für Rohöl, Erdgas und Kraftstoffe aus den Fördergebieten am Persischen Golf sind weitgehend unterbrochen, was die Sorgen um das globale Wirtschaftswachstum schürt und die Ölpreise auf hohem Niveau hält.

Lagerbestände sinken in Rekordtempo

"Angesichts lokaler Versorgungsengpässe arbeiten Regierungen und Unternehmen daran, den Ölverbrauch einzudämmen und so die Krise unter Kontrolle zu bringen", heißt es weiter im Monatsbericht. Dies erfolge durch Sparmaßnahmen, Preiskontrollen oder auch Rationierungen.

Eine Folge des Iran-Kriegs ist auch, dass die weltweiten Lagerbestände an Rohöl nach Einschätzung der IEA in einem Rekordtempo sinken. Die IEA geht davon aus, dass diese Entwicklung noch über Monate anhalten dürfte. 

Mit Freigabe von Notfallreserven durch führende Volkswirtschaften wie die USA, Japan oder Deutschland verringerten sich die weltweit erfassten Öllagerbestände in den Monaten März und April um rund vier Millionen Barrel pro Tag. Der Markt werde bis Oktober "massiv unterversorgt" bleiben, schreiben die IEA-Experten. Die gelte auch, wenn der Konflikt bereits im kommenden Monat ein Ende finden würde.

Hinweis: Diese Meldung ist Teil eines automatisierten Angebots der nach strengen journalistischen Regeln arbeitenden Deutschen Presse-Agentur (dpa). Sie wird von der AZ-Onlineredaktion nicht bearbeitet oder geprüft. Fragen und Hinweise bitte an feedback@az-muenchen.de

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