IAB-Studie: Rüstung kann Jobverluste nicht ausgleichen

Nur rund 1.100 Menschen sind im vergangenen Jahr von anderen Industriesparten in die Rüstung gewechselt. Die immensen Jobverluste kann das nicht kompensieren.
dpa |
X
Sie haben den Artikel der Merkliste hinzugefügt.
zur Merkliste
Merken
lädt ... nicht eingeloggt
Teilen  AZ als Quelle bevorzugen
Aus einer IAB-Studie wird deutlich, dass die Rüstungsindustrie derzeit die Jobverluste in anderen Branchen nicht auffangen kann. (Symbolbild)
Aus einer IAB-Studie wird deutlich, dass die Rüstungsindustrie derzeit die Jobverluste in anderen Branchen nicht auffangen kann. (Symbolbild) © Daniel Karmann/dpa
Nürnberg

Die deutsche Rüstungsindustrie ist einer Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) zufolge bisher nicht in der Lage, Jobverluste in anderen Industriebranchen wie etwa Automobil aufzufangen. Im vergangenen Jahr seien bundesweit nur rund 1.100 Beschäftigte von anderen Industriebranchen in die Rüstungsindustrie gewechselt, sagte der IAB-Forscher Enzo Weber, gemeinsam mit seiner Kollegin Yasemin Yilmaz Autor der Studie - drei Mal so viele wie noch vor 2020. Auch von außerhalb der Industrie seien mit 1.400 Menschen doppelt so viele wie vor Beginn der Krise in die Rüstung gewechselt. Dagegen seien aber 23.000 Industriebeschäftigte in die öffentliche Verwaltung oder Sozialversicherung gewechselt. 

Druck durch Transformation 

Insgesamt sei die Industriebeschäftigung deutlich gesunken, weil deutlich weniger Jobs neu geschaffen worden seien. Die deutsche Industrie verliert derzeit monatlich rund 15.000 Jobs. "Neben den Energiekrisen setzen die Transformation angestammter Geschäftsfelder und die Umwälzungen im Handel mit China und den USA die Industrie unter Druck", resümiert die Studie. "Investitionen sinken seit Jahren, Gründungen sind auf dem Tiefpunkt – es werden so wenige Stellen geschaffen wie noch nie." 

Arbeitsmarkt in Bewegung setzen 

Es bedürfe nun politischer Impulse, um den Arbeitsmarkt anzuregen. "Den Arbeitsmarkt in Bewegung zu setzen und berufliche Weiterentwicklung voranzubringen - das sind zentrale Reformen für Wohlstand und neue Wertschöpfung", betonte Weber angesichts der aktuellen politischen Debatte um die Sozialstaatsreformen der Bundesregierung. 

Derzeit bewege sich der Arbeitsmarkt in der Industrie kaum. "Eine erfolgreiche Transformation aus einer Erneuerungskrise heraus hängt aber an einer durchgreifenden wirtschaftlichen Erneuerung", heißt es in der Studie. "Deshalb müssen alle Register für Weiterentwicklung im Arbeitsmarkt gezogen werden." 

Notwendig sind etwa Flexibilität wie auch Kompetenzentwicklung, damit Beschäftigte sowohl in aufstrebende Bereiche wechseln als auch den Wandel ihrer Tätigkeitsbereiche voranbringen.

Hinweis: Diese Meldung ist Teil eines automatisierten Angebots der nach strengen journalistischen Regeln arbeitenden Deutschen Presse-Agentur (dpa). Sie wird von der AZ-Onlineredaktion nicht bearbeitet oder geprüft. Fragen und Hinweise bitte an feedback@az-muenchen.de

  • Themen:
Lädt
Anmelden oder registrieren

Zum Login
Zu meinen Themen hinzufügen

Hinzufügen
Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten
Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen
Um "Meine AZ" nutzen zu können, müssen Sie der Datenspeicherung zustimmen.

Zustimmen
Teilen
lädt ... nicht eingeloggt
 
merken
Nicht mehr merken
X

Sie haben den Inhalt der Merkliste hinzugefügt.