Höhere Preise, mehr Personal: Handwerk erwartet gute Zukunft

Die gute Lage des deutschen Handwerks könnte sich schon bald in den Geldbeuteln der Verbraucher bemerkbar machen: Laut einer Studie der Unternehmensgruppe Creditreform wollen 51 Prozent der Handwerksbetriebe die Preise erhöhen.
| dpa
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Der Friseurbesuch könnte bald teuerer werden: Zahlreiche Dienstleister wollen die Preise erhöhen.
Carsten Rehder/dpa Der Friseurbesuch könnte bald teuerer werden: Zahlreiche Dienstleister wollen die Preise erhöhen.

München - Rund 46 Prozent wollen sie stabil halten, nur rund zwei Prozent planen Senkungen, wie der Leiter der Wirtschaftsforschung der Wirtschaftsauskunftei, Michael Bretz, am Donnerstag auf der Internationalen Handwerksmesse in München mitteilte.

Verantwortlich für die Tendenz sei vor allem das Baugewerbe, das über volle Auftragsbücher und eine starke Nachfrage berichtet.

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Die Bundesvereinigung Bauwirtschaft erwartet für 2017 eine Umsatzsteigerung von 2,8 Prozent. Doch nicht nur die Preise für den Hausbau könnten steigen: Auch je rund 38 Prozent der Betriebe aus den Bereichen Nahrungsmittel und personenbezogene Dienstleistungen wie Friseure planen Preiserhöhungen. Rund 43 Prozent der befragten Betriebe haben ihre Preise zuletzt schon erhöht.

Über alle Branchen hinweg, so Creditreform, sei die Stimmung im Handwerk sehr positiv. Fast 70 Prozent der Befragten bewerten die aktuelle Geschäftslage mit "sehr gut" oder "gut", jeder dritte Handwerksbetrieb rechnet mit steigenden Umsätzen bis Herbst. Vor allem die Betriebe aus der Nahrungsmittelbranche sind diesbezüglich sehr optimistisch gestimmt (44,1 Prozent). "Essen ist wieder in, Essen rockt im Moment. Das sieht man daran, wie viele Menschen ihr Essen fotografieren und die Fotos über Soziale Medien in die Welt schicken", sagt etwa Michael Wippler, Präsident des Zentralverbands des Deutschen Bäckerhandwerks.

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Nach Ansicht von Creditreform könnte sich aber auch der Fachkräftemangel verschärfen. Denn wegen der guten Umsatzerwartung wollen 22,5 Prozent der Betriebe ihre Belegschaft aufstocken. "Es ist aber keineswegs selbstverständlich, dass sie dieses Personal auch finden", sagte Bretz. "Immerhin hält der Stellenaufbau seit 2011 unvermindert an und in vielen Berufen ist der Arbeitsmarkt mittlerweile leer gefegt", heißt es in der Studie.

Mehrere Berufsverbände forderten auf der Handwerksmesse daher eine bessere Berücksichtigung der beruflichen im Vergleich zur akademischen Ausbildung. "In der Gesellschaft bekommt man den Eindruck, dass nur eine akademische Ausbildung etwas besonders Wertvolles ist", sagte Bäcker-Vertreter Wippler. Man müsse daher offensiver die positiven Seiten und Chancen eines Handwerksberufs herausstellen. Die Bundesvorsitzende der Maßschneider, Inge Szoltysik-Sparrer, schlug vor, die für Studenten in vielen Bundesländern üblichen Semestertickets auch für Auszubildende einzuführen.

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