Hier können Sparer guten Gewissens investieren

Lieber auf "Nummer sicher" gehen oder auf höhere Rendite setzen? Eine Expertin stellt empfehlenswerte Anlagen vor.
| Julia Sextl
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Finanzexpertin Renate Fritz berät bei "Frau & Geld" speziell weibliche Sparer – Männer sind aber auch willkommen.
Quirin Lepper Finanzexpertin Renate Fritz berät bei "Frau & Geld" speziell weibliche Sparer – Männer sind aber auch willkommen.

München - Mehr Umweltschutz, weniger Kinderarbeit, bessere Arbeitsbedingungen, gleicher Lohn für gleiche Arbeit von Männern und Frauen: Die Möglichkeiten zu investieren und damit bestimmte Branchen zu fördern, sind schier grenzenlos.

Die Münchner Finanzexpertin Renate Fritz ("Frau & Geld") hat für die AZ einige Anlagemöglichkeiten herausgesucht – "alle so unterschiedlich wie die VerbraucherInnen selbst", so die 51-Jährige. Das empfiehlt sie:

Der Festgeld-Ersatz
"Der Mikrofinanzfonds ist was fürs Herz und fast eine Art Festgeldersatz", sagt Fritz. Der Zinsfonds ist geeignet für alle, die sich viel Sicherheit wünschen. Die Investition fließt an Mikrofinanzinstitute (MFIs), die wiederum Mikrodarlehen an Kleinunternehmer in aller Welt vergeben. Diese können dann etwa ein paar Ziegen oder Saatgut oder andere Waren kaufen – und sind nicht auf Kredithaie angewiesen. "Diese Finanzierung hat schon vielen Tausenden Familien in Entwicklungsländern aus der Armut geholfen", sagt Fritz.
Rendite: 1,74 Prozent pro Jahr im Durchschnitt (betrachtet jeweils im Fünf-Jahres-Vergleich)

Der Ruhige
Kepler Ethik Mix: Ein recht sicherer, defensiver Mischfonds aus Aktien und Anleihen. Ethische Ausschlusskriterien sind beispielsweise Rüstung, Atomenergie, Grüne Gentechnik, Tabak, Alkohol, Glückspiel, Biozide, Pornografie und Embryonenforschung, Verletzung von Menschenrechten, Kinderarbeit oder die Nichtratifizierung von Klimaschutz-Protokollen der UN. "Der Kepler Ethik Mix ist außerordentlich gut", sagt Fritz.
Rendite: 3,53 Prozent.

Der Ausgewogene
Raiffeisen-Nachhaltigkeits-Mix: Anlageziel dieses ausgewogenen Mischfonds ist moderates Kapitalwachstum. Der Fonds investiert in Aktien und Anleihen von Unternehmen, die Sitz oder Tätigkeitsschwerpunkt in Nordamerika, Europa oder Asien haben und auf Basis sozialer, ökologischer und ethischer Kriterien als nachhaltig eingestuft werden. Mindestens 51 Prozent sind in Aktien investiert.
Rendite: 5,82 Prozent.

Der Klassiker
Ökoworld Ökovision: "Ein Urgestein unter den Aktienfonds", so die Expertin. Er wählt seine Aktien nach strengen ethisch-ökologischen Kriterien aus. Investiert wird global in Unternehmen der Bereiche regenerative Energien, umweltfreundliche Produkte und Dienstleistungen, ökologische Nahrungsmittel, Umweltsanierung, regionale Wirtschaftskreisläufe und humane Arbeitsbedingungen, die die besten Ertragsaussichten bieten. Ausgeschlossen sind Atomindustrie, Chlorchemie, Gentechnik, Raubbau, Tierversuche, Kinderarbeit und Militärtechnologie.
Rendite: 8,61 Prozent.

Wasser-Fonds
"Wasser ist das Thema der kommenden Jahrzehnte", sagt Fritz. Hier gibt es einige führende Fonds. Zwei Beispiele: Fonds Pictet Water: Er legt den Schwerpunkt auf Unternehmen, die etwa in der Wasserversorgung und -technologie aktiv sind, Dienstleistungen in der Umwelt oder in der Wasseraufbereitung erbringen. Rendite: 10,33 Prozent. RobecoSAM Sustainable Water Fund: Ein Fonds, der auf Unternehmen mit Themen wie Wasserverteilung und -management, Wasserreinigung, Nachfrageeffizienz sowie den sinnvollen Einsatz von Wasser bei der Nahrungsproduktion abzielt.
Rendite: 10,71 Prozent.

Der Klimaschützer
Nordea Global Climate: Dieser Aktienfonds legt mindestens zwei Drittel des Gesamtvermögens in ein diversifiziertes Portfolio aus Aktien von Unternehmen an, die direkt oder indirekt Entwicklungen in Verbindung mit Umweltproblemen wie dem Klimawandel zugutekommen könnten.
Rendite: 11,57 Prozent.

Finanzexpertin Renate Fritz berät bei "Frau & Geld" speziell weibliche Sparer – Männer sind aber auch willkommen.
Finanzexpertin Renate Fritz berät bei "Frau & Geld" speziell weibliche Sparer – Männer sind aber auch willkommen. © Quirin Lepper

ESG-Kriterien
DPAM Invest Equities Europe Sustainable: Der Fond investiert im weiteren Euroraum in Aktien von Unternehmen, die nach ausgewählten ESG-Kriterien überzeugen – also in den Bereichen Umwelt, Soziales und Unternehmensführung (ESG steht für Environmental, Social und Governance).
Rendite: 8,89 Prozent.

Hohe Rendite
Fundsmith Equity Fund: "Der weltweit anlegende Aktienfonds ist kein ,Öko-Fonds’ im klassischen Sinn, er erhält aber durchweg gute Bewertungen beim Thema Nachhaltigkeit", sagt Fritz. Die wenigen Titel werden nach strengen Kriterien, vor allem nach Qualität und Bewertung, ausgesucht.
Rendite: 18 Prozent.

UN Global Compact
Arabesque Systematic: Ein weltweiter Aktienfonds, der in seinem sehr besonderen Auswahlprozess performance-relevante Nachhaltigkeitskriterien integriert. (UN Global Compact steht für einen weltweiten Pakt zwischen Unternehmen und der UNO, um die Globalisierung sozialer und ökologischer zu gestalten.)
Rendite: 7,72 Prozent im Drei-Jahres-Vergleich (der Fonds ist noch sehr jung).

Saubere Technologie
Vontobel Clean Technology: "Saubere Technologie ist ein absolutes Zukunftsthema", sagt Fritz. Die Investitionen fließen weltweit in die beiden Hauptthemen Energieeffizienz (wie Energiesicherheit, -einsparung, Versorgungsqualität oder -infrastruktur) und Zukunftstechnologien im Bereich Umwelt (wie Recycling, Abfallentsorgung oder Filtertechnologien).
Rendite: 9,57 Prozent jährlich (im Fünf-Jahres-Vergleich).

Indexorientierte Fonds
Derzeit sind ETFs – also börsengehandelte Indexfonds – in aller Munde. "Bei reinen Indexfonds jedoch wäre ich bezüglich Nachhaltigkeit eher vorsichtig", sagt Fritz. "Denn eigentlich widerspricht sich das – die können gar nicht so auswählen, dass dann immer alles passt." In indexorientierte Fonds hingegen, die bestimmte Indizes zugrunde legen und sich dann nur die entsprechenden Anteile rausziehen, könne man gut investieren. Zwei Beispiele:

WI Global Challenges Indexfonds: Anlageziel des Fonds ist eine möglichst exakte Nachbildung des Global Challenges Index (R) unter Wahrung einer angemessenen Risikomischung. Der Global Challenges Index (R) ist der von der BÖAG Börsen AG, der Trägergesellschaft der Wertpapierbörsen in Hamburg und Hannover, initiierte Aktien-Nachhaltigkeitsindex. Für den Fonds werden diejenigen Wertpapiere, die im Wertpapierindex enthalten sind oder im Zuge von Indexveränderungen aufgenommen werden, erworben.
Rendite: 11,23 Prozent.

UBS MSCI World Socially Responsible UCITS ETF: Hier wird der gleichnamige Index (MSCI World Socially Responsible) nachgebildet. Dabei werden lediglich Unternehmen berücksichtigt, die im Vergleich mit ihren Wettbewerbern aus ihrem Sektor über ein hohes Rating in den Bereichen Umweltschutz, soziale Verantwortung und Unternehmensführung (ESG) verfügen.
Rendite: 11,53 Prozent.

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